Alkoholverbot ein Erfolg Osnabrücker Johannisstraße: Situation hat sich entspannt

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Ein Mitarbeiter des OS-Teams auf Streife in der Johannisstraße. Foto: Archiv/Michael GründelEin Mitarbeiter des OS-Teams auf Streife in der Johannisstraße. Foto: Archiv/Michael Gründel

Osnabrück. Große Zufriedenheit in Politik und Verwaltung: Die Situation in der südlichen Johannisstraße in Osnabrück hat sich entspannt. Das Mitte 2015 eingeführte Alkoholverbot greift. Die Szene aus Abhängigen und Substituierten hat sich aufgelöst. Das Verbot soll bis Ende 2017 verlängert werden.

Einstimmig sprach sich jetzt der Ausschuss für Feuerwehr und Ordnung für eine Verlängerung der Maßnahme bis zum 31. Dezember 2017 aus. Damit wird das Alkoholverbot zunächst einmal so lange gelten, wie die Befristung der zwei zusätzlichen Stellen im OS-Team läuft, die für die Kontrollen am Salzmarkt und der Johannisstraße im vergangenen Jahr eingerichtet wurden. „Anlieger und Geschäftsleute haben deutlich gemacht, dass sich die Situation eindeutig verbessert hat“, so Jürgen Wiethäuper vom Fachdienst Ordnung.

Und auch die befürchteten Probleme durch die Verlagerung der Szene seien ausgeblieben, so Wiethäuper weiter. Teile des bislang geballt in der südlichen Johannisstraße auftretenden Personenkreises sind zum Raiffeisenplatz ausgewichen, andere Gruppe haben sich an anderen Stellen im Stadtgebiet neue Treffpunkte gesucht, so Wiethäuper. Eine Wanderung zum Neumarkt kann er nicht erkennen. Die hier häufig anzutreffende Problemgruppe sei nur zwischenzeitlich durch die Bauarbeiten verdrängt worden und nun wieder zurückgekehrt, rekrutiere sich aber im wesentlichen nicht aus der Salzmarktklientel.

Lob für das OS-Team

Quer durch die Parteien lobten die Ausschussmitglieder das Vorgehen des Ordnungsaußendienstes des OS-Teams. Die Kontrolleure hätten bei der Arbeit Fingerspitzengefühl bewiesen, sagte Paul Meimberg (SPD). Maria-Theresia Sliwka (FDP) sprach von einer „unheimlichen Verbesserung“ und Christoph Bertels (CDU) unterstrich, dass es für seine Fraktion außer Frage stehe, „dass wir das weitermachen“.

Eine Bitte formulierte Dirk Hoffmann (SPD): „Wir müssen uns so etwas demnächst früher ansehen, um die Bürger mitzunehmen.“ Es habe mehrere Bürgerforen und einer umfangreichen Berichterstattung in der Presse bedurft, bevor etwas geschehen sei. Politik und Verwaltung müssten in Zukunft schneller reagieren .

Fehlende Tagesstruktur

Anke Jacobsen (Bündnis 90/Grüne) wies auf die Situation der betroffenen Menschen hin. „Wir müssen beobachten, ob wir auch genug Hilfe leisten“, so Jacobsen. Den Betroffenen fehle die Tagesstruktur, sie lebten oftmals alleine in schlechten Wohnungen und zögen sich wegen dieser mangelhaften Lebensbedingungen zu den Treffpunkten der Szene. Wichtig sei es, die Szenemitglieder wieder in Arbeit zu bringen, um die Probleme langfristig zu lösen.

Ein Lob für die OS-Team-Mitarbeiter gab es auch von Cord Backhauß. Der Inhaber der Salzmarktapotheke bestätigte im Gespräch mit unserer Redaktion, dass sich die Situation verbessert habe. „Das OS-Team hat konsequent aber auch stringent gehandelt“, so Backhauß. „Die machen das sehr gut.“ Es sei vor allem die Kombination aus dem Alkoholverbot und der OS-Team-Präsenz, die zu dem Erfolg geführt habe.


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