Beschwerden wegen Lärms Nachbarn des Osnasaals in Osnabrück-Pye sind sauer

Hier werden Feste gefeiert: Der Osnasaal am Fürstenauer Weg 220 hat sich auf internationale Hochzeiten mit Gästen aus ganz Deutschland spezialisiert. Foto: David EbenerHier werden Feste gefeiert: Der Osnasaal am Fürstenauer Weg 220 hat sich auf internationale Hochzeiten mit Gästen aus ganz Deutschland spezialisiert. Foto: David Ebener

Osnabrück. Debatte im Bürgerforum: Internationale Hochzeitsfeiern in Pye ziehen Gäste aus ganz Deutschland an. Das ärgert Nachbarn des Anbieters.

Hochzeitsfeiern gelten als eher erfreuliche Ereignisse. Doch in Pye müssen offenbar Nachbarn eines Festsaals mitfeiern, ohne es zu wollen. In der Nachbarschaft des Osnasaals am Fürstenauer Weg 220 rumort es. Bereits vor einem halben Jahr hatten sich Anwohner im Bürgerforum beklagt.

Die ehemalige Bäckerei Feldkamp ist zum Festsaal für internationale Hochzeitsfeiern geworden. Der Anbieter hat sie von Heinrich Feldkamp gepachtet. Seit 2014 klagen die Nachbarn über Lärm an den Wochenenden. Sie zählten auf: Hupkonzerte und zugeparkte Straßen mit Hunderten von Autos in langen Reihen auf beiden Seiten der Straßen in der Umgebung, laute Musik und Feuerwerkskörper. „Einmal wäre ich von einem Knall fast vom Sofa gefallen“, erzählte eine Anwohnerin. Sie fragte: „Wie oft darf man gegen Auflagen verstoßen?“

Was die Auflagen angeht, hatte Elso Elias vom städtischen Fachbereich Städtebau bereits vor einem halben Jahr im Bürgerforum beteuert, dass die Verwaltung den Veranstalter kontrolliert. Jetzt teilte die Stadt mit, dass die Musikanlage seit Dezember von einem Limiter auf die zulässige Lautstärke begrenzt werde – der Halleninnenpegel dürfe 90 Dezibel nicht überschreiten. Was die parkenden Autos angehe, habe die Stadt keine Auffälligkeiten festgestellt. Demnächst wolle der Betreiber Windfänge anbauen. Doch diese Antworten reichten nicht aus, um die Gesichter der Nachbarn zufriedener erscheinen zu lassen. Es sei nicht besser geworden, hieß es. Einige hatten die parkenden Autoreihen gefilmt. Sie befürchten, dass die Verwaltung sie „nicht ernst“ nimmt.

Verpächter Heinrich Feldkamp wohnt auf dem Gelände. Er äußerte sich nach dem Bürgerforum gegenüber unserer Redaktion. Er sei verwundert über die Beschwerden, deren Ursache er in dem Verhalten seines ersten Pächters sieht. Seit dem vergangenen Jahr biete aber ein neuer Pächter die Feiern an. Und der habe 100000 Euro unter anderem in den Schallschutz investiert. „Er hält sich an die Auflagen. Es ist alles in Ordnung.“ Außerdem: Hupkonzerte habe es schon lange nicht mehr gegeben.

Die Firma Cemex knabbert an der Felsrippe: Noch ein bis zwei Jahrzehnte wird der Piesberg weiter schrumpfen: Etwa ein Drittel der Felsrippe wird nach und nach verschwinden – und damit auch das älteste der vier Windräder. Peter Graf von Spee, Regionalleiter der Firma Cemex, berichtete im Bürgerforum, sein Betrieb habe im Oktober zunächst die Zulassung für die nächsten Arbeitsschritte erhalten. Es sei geplant, die Brecheranlage an einem neuen Standort aufzubauen. Das Unternehmen habe nun mit Betonarbeiten und Rodungen begonnen. Das öffentliche Verfahren beginne im März oder April. Die Genehmigung für den weiteren Gesteinsabbau erwarte Cemex für den kommenden Sommer.

Ebenfalls in diesem Jahr soll der Fürstenauer Weg zwischen Siebenbürgen und der Grundschule eine neue Fahrbahndecke erhalten. Wie Detlef Schnier vom Osnabrücker berichtete, werden die Ausschreibungen derzeit vorbereitet. Schnier konnte den Pyern eine weitere gute Nachricht mitteilen: Der Grünabfallplatz an der Oberen Waldstraße bleibt erhalten. Nur die Öffnungszeiten werden mit denen der anderen Plätze verzahnt.


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