„fun_y valentine“ Statement gegen Gewalt an Frauen im Kunstquartier

Von Tom Bullmann

Tina Schick und Jens Raddatz arbeiten in ihrer Ausstellung „fun_y valtentine“ partizipatorisch zum Thema Gewalt an Frauen. Foto: Tom BullmannTina Schick und Jens Raddatz arbeiten in ihrer Ausstellung „fun_y valtentine“ partizipatorisch zum Thema Gewalt an Frauen. Foto: Tom Bullmann

Osnabrück. Mit ihrer Ausstellung „fun_y valentine“ setzen die Osnabrücker Künstler Tina Schick und Jens Raddatz im BBK-Kunstquartier ein Statement gegen Gewalt an Frauen.

Wie visualisiere ich das Thema „Gewalt gegen Frauen“? Man könnte Porträts von Opfern zeigen. Beispielsweise. Doch so einfach wollten es sich die Osnabrücker Künstler Tina Schick und Jens Raddatz nicht machen. Seit dem Sommer des letzten Jahres denken sie über eine Ausstellungsform nach, bei der die Besucher involviert werden. Bei der sie sich nicht als Zuschauer, sondern als Akteure begreifen. Die Partizipation soll dazu führen, dass sich die Teilnehmer intensiver mit der Materie auseinandersetzen.

„Zunächst werden keine Bilder oder Fotografien an den Wänden hängen“, sagt Tina Schick. Stattdessen wird der Fußboden des Kunstquartiers komplett mit Luftpolsterfolie abgedeckt, unter der sich Fotos und Grafiken verbergen. Zum Beispiel von einer Frau auf einem ländlichen Straßenstrich. Oder von blutigen, mit Kabelbindern gefesselten Händen. Symbolfotos. Während der Vernissage können die Bilder freigelegt werden. „Was damit passiert, überlassen wir den Besuchern“, sagt Raddatz. Als Initialzündung soll ein Plakat mit dem Slogan „Wir brechen das Schweigen“ dienen. „Jede dritte Frau ist von Gewalt betroffen, aber kaum jemand spricht darüber“, heißt es in der gleichlautenden Aktion eines Aktionsbündnisses.

Während einer Reise nach Polen waren die beiden Künstler im vergangenen Sommer darüber schockiert, dass es in jeder Stadt, sogar in kleineren mit vielleicht 10000 Einwohnern, einen Straßenstrich gibt. Zurück in Osnabrück war ihr Blick für die Thematik geschärft: Ob vor Ort oder bei der Recherche im Internet, Gewalt gegen Frauen erschien den beiden omnipräsent: häusliche Gewalt, sexuelle Ausbeutung, Vergewaltigung in der Ehe. Noch brutaler geriet ihr Blick ins Ausland: Vergewaltigung als Mittel der Kriegführung, Frauenhandel, Zwangsprostitution.

Am 29. Februar laden sie Interessenten zu einer Informations- und Aktions-Veranstaltung ein. Vertreter von Hilfsorganisationen wie „Weißer Ring“ oder von Einrichtungen wie Frauenhaus und Frauenberatungsstelle werden zur Gewaltthematik Stellung nehmen. Anschließend soll die Kunstaktion wiederholt werden. „Wir wollen Frauen, die Gewalt erfahren haben, Mut machen, darüber zu sprechen“, sagen Schick und Raddatz.

Die Eröffnungsaktion findet zum weltweiten Aktionstag „One Billion Rising“ statt, bei dem Frauen auf die Straße gehen und tanzend für das Ende von Gewalt demonstrieren.


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BBK Kunst-Quartier (Bierstraße 33): „fun_y valentine“. Ausstellung gegen Gewalt an Frauen von Tina Schick und Jens Raddatz. 14. Februar (Eröffnung um 17 Uhr) bis 5. März. Di. - Fr. 14-18 Uhr, Sa. 11-16 Uhr. Infoveranstaltung mit Kunstaktion am 29. Februar um 17 Uhr.

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