Abschlusskongress in Berlin Viel Lob für Osnabrücker Inklusionsprojekt

Meine Nachrichten

Um das Thema Osnabrück Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.


pm/S. Osnabrück. Menschen mit und ohne Behinderung auf der Bühne, das gab es beim Inklusionsmusical „Grand Hotel Vegas“. Damit verbunden war das von der Hull Foundation organisierte bundesweite Projekt „Durch Tanz und Bewegung zum Arbeitsplatz“. Beim Abschlusskongress in Berlin gab es dafür viel Lob.

Knapp anderthalb Jahren lang war die Patsy & Michael Hull Foundation in ganz Deutschland unterwegs , um ein Zeichen für Inklusion zu setzen – auf der Bühne wie auch im Arbeitsleben. 60 Teilnehmer aus Verbänden, Einrichtungen, Tanzschulen, Wirtschaft und Politik nahmen jetzt am Abschlusskongress im Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) teil, das das Projekt mit Mitteln aus dem Ausgleichfonds gefördert hatte. Ziel des Projekts: Ein inklusives Musical, bei dem Menschen mit unterschiedlichen körperlichen und geistigen Voraussetzungen aktiv mitwirken. Zudem sollten die Teilnehmenden ein besseres Selbstwertgefühl und mehr Eigeninitiative entwickeln – wichtige Grundlagen, um für den ersten Arbeitsmarkt oder für einen Ausbildungsplatz befähigt zu werden.

1000 Darsteller auf der Bühne

„Wir alle können aus diesem Projekt sehr viel lernen“, dankte Verena Bentele, Beauftragte der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen, den Geschwistern Patsy Hull-Krogull und Michael Hull für ihr großes Engagement. Mehr als 1000 Darsteller mit und ohne Behinderungen aus ganz Deutschland hätten gezeigt, was in ihnen steckt. Knapp 11500 Zuschauer haben „Grand Hotel Vegas“ live gesehen. 45 Tanzschulen und Einrichtungen waren aktiv dabei.

Der Foundation-Vorsitzende Michael Hull sagte: „Wir haben viele Menschen motiviert, Neues zuzulassen. Wir haben Menschen mit Behinderungen geholfen, ihr Selbstwertgefühl und ihre Sozialkompetenz zu steigern, indem wir ihnen eine tragende Rolle auf der Bühne gegeben haben.“ Er dankte dem Ministerium, ohne dessen Unterstützung das niemals möglich gewesen wäre und bekräftigte, dass die Patsy & Michael Hull Foundation dieses Projekt gerne weiterführen würde. „Dafür brauchen wir Unterstützung!“

Appell: Mut zur Inklusion

Die Initiatorin und Projektleiterin Patsy Hull-Krogull appellierte an Unternehmen, Mut zur Inklusion zu haben und Menschen mit Behinderungen eine Chance zu geben. Dass sich die viele Arbeit gelohnt habe, bestätigte der Förderschullehrer Lehrbeauftragter an der Uni Münster Axel Kreutzer. Durch das Projekt hätten die Teilnehmer viele Qualifikationen und Stärken gesammelt, die ihnen auch auf dem Weg in die Arbeitswelt helfen können. „Wir reden seit 20 Jahren über Inklusion und Arbeitsmarkt. Der Versuch über die Kunst ist sehr beeindruckend“, ist sich Ilja Seifert, Vorsitzender des Allgemeinen Behindertenverbandes in Deutschland, sicher.

Alle Beteiligten waren sich aber einig: Inklusion brauche Projekte wie „Durch Tanz und Bewegung zum Arbeitsplatz“ und einen langen Atem, um Unternehmen zum Mitmachen zu überzeugen und zu ermuntern. „Menschen mit Behinderungen sind kein Problem, sondern ein Gewinn“, fasste Richard Fischels, Leiter der Unterabteilung Prävention, Rehabilitation und Behindertenpolitik im BMAS, zusammen.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN