500 Euro Geldstrafe Exhibitionist vom Osnabrücker Hauptbahnhof verurteilt

Der Exhibitionist vom Osnabrücker Hauptbahnhof wurde vor dem Amtsgericht Osnabrück zu einer Geldstrafe vonn 500 Euro verurteilt. Der Mann hatte sich gegenüber zwei 19-Jährigen entblößt und diese sexuell belästigt. Symbolfoto: Gert WestdörpDer Exhibitionist vom Osnabrücker Hauptbahnhof wurde vor dem Amtsgericht Osnabrück zu einer Geldstrafe vonn 500 Euro verurteilt. Der Mann hatte sich gegenüber zwei 19-Jährigen entblößt und diese sexuell belästigt. Symbolfoto: Gert Westdörp

Osnabrück. Ein 30-jähriger Asylbewerber ist vom Osnabrücker Amtsgericht am Freitag zu einer Geldstrafe in Höhe von 500 Euro verurteilt worden. Der Mann hatte am vergangenen Sonntag sein Genital gegenüber zwei 19-jährigen Frauen entblößt und diese sexuell belästigt. Daraufhin war er in Hauptverhandlungshaft genommen worden.

In einem regelrechten Eilverfahren wurde der vorläufig festgenommene Exhibitionist bereits am Freitag dem Amtsgericht vorgeführt. Erst am Sonntagmorgen hatte sich der 30-Jährige, dessen Nationalität strittig ist, vor dem Hauptbahnhof gegenüber zwei jungen Frauen in Scham verletzender Weise gezeigt und „eindeutig sexuelle Handlungen“ an sich vorgenommen, wie der Staatsanwalt ausführte.

Bis zum Schluss der Verhandlung stritt der Angeklagte, dessen Aussagen von einem Dolmetscher übersetzt wurden, jeglichen Übergriff ab. Er habe lediglich an den Fahrradparkplätzen auf dem Bahnhofsvorplatz uriniert und sei dabei von den jungen Frauen überrascht worden. Diese habe er daraufhin lediglich zum Weitergehen aufgefordert. Die Aussage der Frauen, er habe mit seinem Genital herumhantiert, treffe nicht zu. (Weiterlesen: Osnabrücker Polizei nimmt Exhibitionist fest)

„Masturbationsbewegungen“

Die Frauen schilderten das Verhalten des Angeklagten deutlich aufdringlicher: Nach dem Feiern in einer nahegelegenen Diskothek hätten die beiden 19-jährigen Freundinnen am Bahnhof den Bus in Richtung Bad Rothenfelde besteigen wollen, um nach Hause zu fahren. Im Wartehäuschen der Haltestelle hätte der Angeklagte gestanden und, so schien es einer der Frauen, tatsächlich uriniert. Als der 30-Jährige die unfreiwilligen Zuschauerinnen bemerkt habe, habe er sich ihnen mit entblößtem Schritt zugewendet. Er habe sie angesprochen, angelacht und währenddessen in kreisenden Bewegungen „mit seinem Genital gespielt“, wie es eine der Betroffenen schilderte. Es seien „Masturbationsbewegungen“ gewesen, ließ sich der Staatsanwalt von der Zeugin bestätigen.

„Fuß an Fuß“ herangetreten

Im ersten Moment belustigt und angeekelt zugleich, hätten die 19-Jährigen den Mann ignoriert und seien weitergegangen. Als der 30-Jährige jedoch, die Hose mittlerweile geschlossen, den Frauen nachstellte und ihnen in unbekannter Sprache hinterherrief, sei es den Belästigten zu bunt geworden. Auf Englisch und Deutsch hätten sie den mittlerweile auf „Fuß an Fuß“ herangetreten Mann angeschrien und aufgefordert zu gehen. Als dieser der Aufforderung nicht nachkam, sei es den Freundinnen „immer unheimlicher“ geworden und sie hätten die Polizei gerufen. Sich des Unrechts seiner Tat offenbar durchaus bewusst („No Policia. No Problem.“), konnte der Mann noch vor Ort festgenommen werden. (Weiterlesen: Exhibitionist vom Osnabrücker Hauptbahnhof bleibt in Haft)

Urinieren irrelevant

Ob der Mann nun uriniert habe, egal ob im Wartehäuschen oder auf dem Fahrradparkplatz, sei völlig irrelevant, erklärte der Staatsanwalt in seinem Plädoyer. Die Aussagen der beiden Zeuginnen hätte eindeutig exhibitionistische sowie sexuelle Handlungen des Angeklagten bestätigt. Durch den Blickkontakt, das Anlächeln, das Ansprechen und das Hinterhergehen habe er die 19-Jährigen deutlich belästigt. Der Anklagevertreter forderte eine Geldstrafe von 100 Tagessätzen zu je 5 Euro, insgesamt also 500 Euro. Diesem Antrag schloss sich der Richter schließlich an und brummte dem Angeklagten zudem die Kosten des Verfahrens auf. Das Gefängnis, in das er wegen Fluchtgefahr bis zur Verhandlung eingesperrt worden war, kann er aber verlassen.

Verschiedene Nationalitäten angegeben

Strafmildernd könne lediglich das saubere Vorstrafenregister des jungen Mannes gewertet werden – bei einer Aufenthaltszeit von einem Monat in Deutschland sei dies aber „keine große Leistung“, sagte der Staatsanwalt. Seit Dezember befinde sich der Mann im Land, zuvor habe er illegal 15 Jahre lang in Italien gelebt. Gegenüber deutschen Behörden habe er seitdem bereits drei verschiedene Nationalitäten und unterschiedliche Namen angegeben. (Weiterlesen: Exhibitionist vom Osnabrücker Hauptbahnhof bleibt in Haft)

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