Nach Pleite im Arbeitsgericht Klinikum Osnabrück trennt sich von Anwalt

Koch gegen Klinikum im Arbeitsgericht Osnabrück. Archivfoto: Michael GründelKoch gegen Klinikum im Arbeitsgericht Osnabrück. Archivfoto: Michael Gründel

Osnabrück. Das Klinikum Osnabrück zieht Konsequenzen aus der jüngsten Pleite vor dem Arbeitsgericht und trennt sich vom bisherigen Rechtsbeistand.

Das bestätigte der Vorsitzende des Aufsichtsrates, Michael Hagedorn, der als erster nach der Niederlage des Klinikums im Rechtsstreit mit dem Chefonkologen Olaf Koch Zweifel an der Rechtsberatung durch das Anwaltsbüro Bender & Kollegen in Lüneburg geäußert hatte.

Der FDP-Kreisvorsitzende Moritz Gallenkamp geht noch einen Schritt weiter: Es müsse geprüft werden, ob die Anwälte in Regress genommen werden können. „Neben den Prozesskosten, die das Klinikum tragen muss, ist der Schaden möglicherweise deutlich höher. Das muss geprüft werden“, heißt es in einer Mitteilung des Liberalen. Es stelle sich ebenfalls die Frage, wieso der Aufsichtsrat nicht eingeschritten sei. Gallenkamp: „Wurde von diesem der Sachverhalt nicht richtig hinterfragt? Es ist fraglich, ob der Vorsitzende des Aufsichtsrats und auch die übrigen Aufsichtsratsmitglieder ihrer Kontrollpflicht genügt haben. Eine gründliche Untersuchung der Sachlage muss auch in Hinblick auf die Geschäftsführer Lottis und Blok erfolgen.“

Das Urteil des Amtsgerichts bewertet Gallenkamp als „schallende Klatsche für die Geschäftsführung , deren Anwälte und den Aufsichtsrat“. Die beiden Geschäftsführer seien „angezählt“.

Das Arbeitsgericht hatte in einem Kündigungsschutzverfahren dem geschassten Chefarzt in vollem Umfang Recht gegeben. Olaf Koch muss in seiner bisherigen Funktion weiterbeschäftigt werden. Das Klinikum hatte im August 2015 wegen des Verdachts des Abrechnungsbetruges eine fristlose Kündigung ausgesprochen, die das Arbeitsgericht kassierte. Begründung: Das Klinikum und deren Anwälte hatten versäumt, die Kündigungsgründe hinreichend zu beweisen. Außerdem war der Betriebsrat nicht ordnungsgemäß angehört worden.

Am Montag, 8. Februar, soll es ein Gespräch zwischen der Geschäftsführung und Olaf Koch geben, um erneut die Chancen für eine gütliche Einigung auszuloten. Das Klinikum lehnt eine Weiterbeschäftigung des Krebsarztes ab.

Kommentar: Blamage fürs Klinikum


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