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Unfall in Paracelsus Klinik Osnabrück: Gamma-Kamera hatte technischen Defekt

Von David Hausfeld

Nach einem tragischen Unfall mit einer Gamma-Kamera in der Paracelsus Klinik Osnabrück ist eine 77-Jährige gestorben. Ein Gutachten bestätigt jetzt einen technischen Defekt am Gerät. Ein Bedienfehler der Klinik-Mitarbeiter lag demnach nicht vor. Foto: Jörn MartensNach einem tragischen Unfall mit einer Gamma-Kamera in der Paracelsus Klinik Osnabrück ist eine 77-Jährige gestorben. Ein Gutachten bestätigt jetzt einen technischen Defekt am Gerät. Ein Bedienfehler der Klinik-Mitarbeiter lag demnach nicht vor. Foto: Jörn Martens 

pm/dah Osnabrück. Der tödliche Unfall in der Paracelsus Klinik Osnabrück ist auf einen technischen Defekt am Gerät zurückzuführen. Ein jetzt vorliegendes Gutachten schließt einen Bedienfehler der Klinik-Mitarbeiter aus.

Am 21. Januar ist bei einer Untersuchung in der Paracelsus-Klinik eine Patientin von einer Gamma-Kamera eingeklemmt worden. Drei Tage später ist die Frau verstorben. Die Klinik ist nicht für den Tod der 77-jährigen Patientin verantwortlich, teilt die Klinik in einer Pressemitteilung mit. Dies gehe aus dem Gutachten hervor, das seit Dienstagmorgen vorliegt.

Demnach gebe es, so die Staatsanwaltschaft Osnabrück, weiterhin keinerlei Hinweise auf Bedienfehler, Fehlerhalten oder Versäumnisse seitens Mitarbeitern oder Klinikleitung, heißt es weiter in der Mitteilung.

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„Der Fall ist für uns erledigt“

„Uns wurde damit gutachterlich bestätigt, dass wir zu jeder Zeit richtig gehandelt haben“, betont Simone Hoffmann, Sprecherin der Klinik. Die Klinikleitung wird die Kamera von der Herstellerfirma abholen lassen. „Wir bedauern das tragische Unglück zutiefst“, sagt Hoffmann. „Wir werden ein neues Gerät von einem anderen Hersteller einsetzen“.

Die Obduktion der Patientin sei abgeschlossen, sagt Alexander Retemeyer, Sprecher der Staatsanwaltschaft Osnabrück, auf Nachfrage unserer Redaktion. „Todesursächlich war wahrscheinlich der Drückvorgang“, so Retemeyer weiter. Ein vollständiger, schriftlicher Bericht liege aber erst in vier Monaten vor. Nach Aussage von Staatsanwaltschaft-Sprecher Christian Bagung riss bei der Untersuchung der Frau eine Zughilfe in Form einer Kette, wodurch sich das Gerät auf die Patientin absenkte.

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„Der Fall ist für uns erledigt“

Die Ermittlungen gehen derweil weiter - nicht gegen den Hersteller, sondern gegen Unbekannt. Nach deutschem Recht könne nicht gegen eine ganze Firma, sondern nur gegen konkrete Personen ermittelt werden, erklärt Retemeyer. Ein Bedien- oder Wartungsfehler wurde nach dem Gutachten ausgeschlossen. Erst wenige Tage vor dem Unglück ist die Maschine noch gewartet worden.

Ein vergleichbarer Fall sei bei dem eingesetzten Gerätetyp bisher nicht bekannt, sagt der Sprecher weiter. Somit sei auch der Hersteller nicht in der Pflicht gewesen, die Gamma-Kamera schon viel früher aus dem Verkehr zu ziehen. „Der Fall ist für uns erledigt“, fasst Retemeyer zusammen. Die Maschine wurde deshalb nicht beschlagnahmt.

Das Gutachten und der Obduktionsbericht müssen nun geprüft werden, sobald sie schriftlich bei der Staatsanwaltschaft vorliegen. Zur vollständigen Einstellung des Verfahrens werde es aber vermutlich erst im Herbst kommen, sagt Retemeyer.

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