Plus von vier Millionen Euro Klinikum Osnabrück schreibt wieder schwarze Zahlen

Von Wilfried Hinrichs

Es geht aufwärts. Das Klinikum schloss 2015 mit einem Gewinn ab. Symbolfoto: Gert WestdörpEs geht aufwärts. Das Klinikum schloss 2015 mit einem Gewinn ab. Symbolfoto: Gert Westdörp

Osnabrück. Endlich wieder gute Nachrichten aus dem Klinikum Osnabrück: 2015 endet mit einem überraschenden Gewinn von vier Millionen Euro.

Geschäftsführer Alexander Lottis informierte die 2000 Mitarbeiter am Montag in einer Rundmail über die „herausragende wirtschaftliche Entwicklung unseres Hauses im zurückliegenden Geschäftsjahr“. Das Klinikum erwirtschaftete nach seinen Angaben ein positives Jahresergebnis von vier Millionen Euro nach Steuern. Das ist im Vergleich zum Vorjahr ein Plus von mehr als zehn Millionen Euro. 2014 schloss das Klinikum mit einem Minus von 6,5 Millionen Euro ab.

Die positive Entwicklung sei darauf zurückzuführen, dass „die Summe aller Erträge im Vergleich zum Vorjahr um 17 Millionen Euro gesteigert werden konnte“, heißt es in der Mitteilung an die Mitarbeiter. Die Steigerung resultiere aus höheren Leistungen im medizinischen Bereich und aus den Effekten des „Kos-Work“-Prozesses. Unter diesem Titel haben Mitarbeiter verschiedener Abteilungen gemeinsam nach Optimierungspotenzialen gesucht. 3,3 Millionen Euro seien dadurch erwirtschaftet worden. Darüber hinaus konnten Risikorückstellungen aufgelöst werden, was sich mit vier Millionen Euro auf die Bilanz auswirkt.

Mit dem positiven Jahresergebnis von vier Millionen Euro übertrifft das Klinikum nach eigenen Angaben den Wirtschaftsplan um fast neuen Millionen Euro. „Auch unter Bereinigung aller Sondereffekte zeigt sich ein operatives Jahresergebnis, welches wir im Rahmen des Sanierungsprozesses planerisch erst für das Geschäftsjahr 2016 erwartet haben “, teilte Lottis der Belegschaft mit. Das Geschäftsjahr 2015 sei das beste seit vier Jahren.

Das Klinikum ist im Sanierungsprozess dem Plan damit um ein Jahr voraus. 2013 war das bislang schlimmste in der jüngeren Klinik-Geschichte mit einem Minus von 23 Millionen Euro . Wertberichtigungen im Zusammenhang mit der Insolvenz der Klinikum-Tochtergesellschaft in Dissen hatten das Ergebnis schwer belastet.

Die Geschäftsführung dankt den Mitarbeitern ausdrücklich für „Ihre Arbeit und Ihre Anstrengungen“. Die Belegschaft trägt mit einem Einkommensverzicht von 3,5 Prozent pro Jahr bis 2020 zur Sanierung des Klinikums bei.

Positives meldet die Klinikum-Geschäftsführung auch im Streit mit dem Chefarzt der Onkologie, Olaf Koch . Es soll noch in dieser Woche ein Gespräch mit dem Professor geben. In einem am Montag veröffentlichten „Statement der Geschäftsführung“ heißt es : „Wir werden alles versuchen, um eine weitere negative Entwicklung des Verfahrens zu vermeiden. Aus diesem Grund haben der Aufsichtsrat, die Geschäftsführung und Herr Professor Koch erneute Gesprächsbereitschaft signalisiert.“

Kochs Anwalt sagte am Montagabend, es liege ihm noch kein offizielles Gesprächsangebot des Klinikums vor. „Aber Professor Koch ist selbstverständlich gesprächsbereit, das war er von Anfang an.


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