Weiter mit Witz und Westerngitarre Vorrunde des Song Slams in der Lagerhalle begeistert

Von Matthias Liedtke

Dabei hatte der aus Herne stammende Helmut Sanftenschneider wohl nicht mit seinem Erfolg gerechnet: Er machte den ersten Platz. Foto: Swaantje HehmannDabei hatte der aus Herne stammende Helmut Sanftenschneider wohl nicht mit seinem Erfolg gerechnet: Er machte den ersten Platz. Foto: Swaantje Hehmann

Osnabrück. Als Format mit Format erwies sich einmal mehr der seit 2010 jährlich stattfindende Song Slam in der Lagerhalle. In der vierten und letzten Vorrunde der sechsten Saison überzeugten am Ende zwei ganz unterschiedliche Künstler die zwölfköpfige, von Moderator Andi Weber spontan aus dem Publikum ausgewählte Jury.

Dabei hatte der aus Herne stammende Helmut Sanftenschneider wohl nicht mit seinem Erfolg gerechnet. Denn auf die obligatorische Zugabe des Gewinners musste das Publikum leider verzichten. Zuvor begeisterte er aber mit einem auf gewitzte Weise gleichzeitig traurigem und fröhlichem Rührstück über einen „Schleusenwärter aus Wanne-Eickel“, das einen harten Bogen schlug vom melancholischen Einstieg bis zum schunkelbaren Ende. Bereits in der ersten Runde punktete der spätere Sieger stark mit einem pointierten Stück über Verlierer, in dem er konstatiert, dass es „immer einen gibt, der besser ist“ - außer an diesem Abend, möchte man da hinzufügen.

Ganz nah ran kam allerdings als nur knapper Zweitplatzierter ein Bielefelder, der mit einer beherzt angeschlagenen und gezupften Westerngitarre auf seinem Schoß countryeske Klänge erzeugte, die auch einen geeigneten Soundtrack für einen Road Movie durch die Provinz abgeben würden. Dabei wirkte die Stimme des „Sleeping Giant“ Bad Temper Joe beim gleichnamigen Finalsong so verlebt und verwegen, als hätte er in der Pause Whisky getrunken und Zigarren geraucht. Als Dritter im Bunde hat sich schließlich Fabian Baumert aus Göttingen für das große Finale am 25. Februar qualifiziert. Er setzte mit leisen und ruhigen Songs, für die seine Steel Guitar eigentlich nicht nötig gewesen wäre, schöne Kontrastpunkte - auch zu Bernd Schmähung aus Münster, der es mit einem Liebeslied über Flatulenzen zwar in die Finalrunde schaffte, bei der für ihn dann aber hinten nichts mehr rauskam.

Ähnlich erging es Nikoletta Henzel aus Dorsten, die auch ein zweites Mal sehr schön singen durfte, sich dann aber geschlagen geben musste. Bereits im ersten Durchgang knapp gescheitert war Vanessa Balscher aus Niederbayern, die indes mit Gänsehautstimme und Fingerfertigkeit immerhin dafür sorgte, dass der Konzertflügel nicht umsonst auf der Bühne stand. Die beiden Osnabrücker Kandidaten mühten sich zwar redlich, blieben aber letztlich chancenlos angesichts der starken, vielschichtigen Konkurrenz.