Griesert legt Kranz nieder Gedenkfeier für Opfer des Nationalsozialismus in Osnabrück


cby Osnabrück. Deutliche Zeichen gegen Rassismus, Fremdenhass und Antisemitismus gelte es zu setzen, betonte Oberbürgermeister Wolfgang Griesert in seiner Ansprache zum Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus, an dem sich die Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz zum 71. Mal jährte.

Bei der vom Landschaftsverband Osnabrücker Land e. V. ausgerichteten, zentralen Gedenkfeier auf dem Osnabrücker Marktplatz dankte Griesert den Anwesenden für die außergewöhnlich große Teilnahme in diesem Jahr. Als lebendige Aufforderung diene das Erinnern dazu, die Gegenwart zu gestalten. Fanatismus und Vorurteile stellten, so Griesert, die Gesellschaft aktuell vor eine große Aufgabe. Angesichts gegenwärtiger gesellschaftlicher Herausforderungen bleibe eine „Selbstbewusste Humanität“ die Devise. Es bestehe die Verpflichtung, Menschen zu helfen, die Krieg, Tod und Verfolgung erleiden und dafür würden auch die notwendigen menschenwürdigen Rahmenbedingungen geschaffen. „Denn nur wenn wir Vergangenes als etwas begreifen, dass wir auf uns selbst beziehen, haben wir auch die Chance, aus ihr zu lernen“, stellte Grieserts heraus.

Gemeinsam mit der stellvertretenden Landrätin Susanne Breiwe legte der Oberbürgermeister einen Kranz an der Gedenktafel der jüdischen Opfer des Nationalsozialismus unter den Arkaden der Stadtbibliothek nieder. Kantor Baruch Chauskin von der Jüdischen Gemeinde Osnabrück trug an gleicher Stelle das Kaddisch und die Totenklage vor. Im Anschluss erfolgte auch an der Gedenktafel an der Stadtwaage die Kranzniederlegung. Manfred Böhmer, Vorsitzender des Niedersächsischen Verbandes Deutscher Sinti e. V. gedachte dort der ermordeten Sinti und Roma und sprach für die Opfer ein Gebet.

Bereits am Vormittag hatte eine ökumenische Gedenkfeier für die 200.000 Opfer der NS-Euthanasie-Morde in der St. Marienkirche stattgefunden, zu der die Heilpädagogische Hilfe, der Caritasverband Osnabrück, das Ameos Klinikum und der Verein Hilfe für hörgeschädigte Menschen in Niedersachsen geladen hatten.

An die zentrale Gedenkfeier auf dem Marktplatz schloss sich im Erich-Maria-Remarque-Friedenszentrum die Eröffnung einer Ausstellung des Studienkreises Deutscher Widerstand 1933-1945 an. „Es lebe die Freiheit!“ Junge Menschen gegen den Nationalsozialismus“ lautet ihr Titel. Er greift damit die letzten Worte von Hans Scholl vor seiner Hinrichtung auf, wie Thomas Altmeyer, wissenschaftliche Leiter des Studienkreises, in seinem Eröffnungsvortrag betonte, nachdem Oberbürgermeister Wolfgang Griesert zuvor ein Grußwort gesprochen hatte. Neben der „Weißen Rose“ porträtiert die Ausstellung die bewegenden Schicksale junger Menschen, welche in unterschiedlicher Form dem NS-Regime entgegentraten und dabei bereit waren, ein hohes Risiko auf sich zu nehmen. Bis zum 17. April kann die Ausstellung besucht werden.


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