Spenden statt Wichteln Osnabrücker Carolinum-Schüler unterstützen Krebshilfe

Beim Besuch in der Beratungsstelle bastelten sich die Schüler Gefühlsbälle zum Dampfablassen, Knuddeln und Bemalen. Foto: Swaantje HehmannBeim Besuch in der Beratungsstelle bastelten sich die Schüler Gefühlsbälle zum Dampfablassen, Knuddeln und Bemalen. Foto: Swaantje Hehmann

Osnabrück. Die Klasse 7S1 des Osnabrücker Gymnasiums Carolinum hat am Ende des vergangenen Jahres auf das allseits beliebte Weihnachtswichteln verzichtet. Stattdessen spendeten die 29 Schülerinnen und Schüler an die Psychosoziale Krebsberatungsstelle. Die Einrichtung leistet auch Unterstützung für Kinder, deren Eltern an Krebs erkrankt oder verstorben sind.

Um den Betrag aufzustocken, verkauften die Schüler selbstgebackene Waffeln und Kuchen in der Schule. „Die Idee dafür kam allerdings von den Müttern, das wollen wir hier nicht verschweigen“, sagte Lehrerin Petra Kröner-Kohsiek augenzwinkernd jetzt beim Übergabebesuch im Beratungszentrum.

Den Kontakt zur Einrichtung stellte die Schülerin Liz her, aber einen Bezug zum Umgang mit Krebserkrankungen haben auch viele ihrer Klassenkameraden. „Wer von euch hat denn damit Erfahrungen aus der Familie oder dem Bekanntenkreis?“, fragte Therapeutin Martina Axmann – fast die Hälfte der Finger ging nach oben.

Beratungsstelle ist auf Spenden angewiesen

„Es rührt mich, dass junge Menschen sich für andere Kinder und Jugendliche einsetzen“, sagte Axmann, „wir finanzieren uns zum Großteil über Spenden und sind für jeden Euro dankbar.“ 410 Euro brachte die 7S1 des Carolinums zusammen. Das Geld fließt entsprechend ins Kinder- und Jugendlichen-Begleit-Angebot, kurz: Kijuba. Es zielt darauf, Kinder beziehungsweise Familien zu unterstützen, wenn die psychische Belastung zu groß wird durch die komplexen Begleitumstände einer Krebserkrankung.

Wutbälle basteln

Die Schüler bekamen eine Führung durch die Räume der Beratungsstelle. Allerdings wollten die Mitarbeiterinnen sie nicht mit langen Vorträgen plagen – stattdessen bastelten die Gäste gemeinsam „Gefühlsbälle“, die sie auch mit nach Hause nehmen durften. Die Teile sind auch als Stress- oder Wutbälle bekannt. Das sind sandgefüllte Luftballons, die man je nach Laune kneten, bemalen oder auch mit Schmackes an die Wand schmeißen kann. Die Herstellung ist einfach und lohnt sich: So was kann garantiert jeder ab und zu gebrauchen.


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