Protest vor dem Nettebad Lichterkette gegen E-Kartbahn in Osnabrück

Von Hendrik Steinkuhl


Osnabrück. Die „Bürgerinitiative für den Erhalt der Grünen Finger“ in Osnabrück hat am Sonntagabend mit einer Lichterkette gegen die geplante Elektro-Kartbahn am Nettebad protestiert. Rund 60 Personen beteiligten sich an der Kundgebung.

„Sie sind alle informiert, informieren muss ich nicht mehr“, sagte Heide Nordmann, eine der Sprecherinnen der Bürgerinitiative, nachdem sich die Protestler auf dem Parkplatz des Nettebades versammelt hatten. 

Rat entscheidet im Februar

Direkt hinter der Gruppe lag die Fläche, die die Protestler anschließend umrundeten und auf der nach dem Willen der Stadtwerke eine Elektro-Kartbahn entstehen soll. Die endgültige Entscheidung über deren Bau wird der Osnabrücker Rat im kommenden Monat fällen.

Die Teilnehmer der Demonstration hatten Kerzen und Teelichter mitgebracht, mit dem Friedenssymbol Lichterkette wollten sie für den Erhalt des Grünen Fingers am Nettebad kämpfen.

Kerzen für die Herzen

„Wenn das Licht in die Angelegenheit kommt, hat die Sache eh keine Chance mehr“, sagte Sprecherin Heide Nordmann. Man brauche, so Nordmann weiter, das Licht auch für „die Stadtpolitiker“, damit diese bei der endgültigen Entscheidung so stimmten, wie es ihnen ihr Herzen sage - und nicht, wie es ihnen ihre Fraktion vorgebe.

Für den Protestmarsch hatten die Organisatoren um Heide Nordmann mehrere bekannte Lieder umgedichtet. Auf die Melodie von „Hoch auf dem gelben Wagen“ etwa sangen die Teilnehmer unter anderem die Textzeilen „Stadtwerke, bleib bei deinen Leisten, kümmer dich um dein Kerngeschäft.“

Für den grünen Finger

Wolfgang Schäfer, ebenfalls Sprecher der Bürgerinitiative, sagte im Gespräch mit unserer Redaktion, es gehe der Initiative nicht nur um die geplante Elektro-Kartbahn, sondern grundsätzlich um die Grünen Finger in Osnabrück und die Naherholungsgebiete in der Stadt. „Und wir beobachten hier eine große Diskrepanz zwischen Bürgerwillen und Politik.“

Ebenfalls vor Ort war der Initiator der E-Karbahn, der Stadtwerke-Bäderchef Wolfgang Hermle. Auf die Frage, was er vor der Kundgebung direkt vor dem Nettebad halte, sagte Hermle: „Demonstrationen gehören zu unserer Demokratie, und so lange unser Betrieb nicht gestört wird, ist alles gut.“