Terminnot als Grund Verpasste Center-Reise: Osnabrücker CDU-Fraktion erklärt sich

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Das Einkaufszentrum Minto in Mönchengladbach war ein Ziel auf der Rundreise, zu der Neumarktcenter-Investor Unibail Rodamco führende Köpfe in Osnabrück eingeladen hatte. Foto: Wilfried HinrichsDas Einkaufszentrum Minto in Mönchengladbach war ein Ziel auf der Rundreise, zu der Neumarktcenter-Investor Unibail Rodamco führende Köpfe in Osnabrück eingeladen hatte. Foto: Wilfried Hinrichs

Osnabrück. Die CDU-Ratsfraktion in Osnabrück hat sich für die verpasste Teilnahme an der Besichtigungstour zu Einkaufszentren des Neumarktcenter-Investors Unibail Rodamco gerechtfertigt. In einer am Sonntag verbreiteten Pressemitteilung kündigte sie eigene Gespräche mit dem Vorstand des Geldgebers an – und „kritische Fragen“.

„Selbstverständlich sind die CDU-Fraktion und auch ich bereit, mit dem Vorstand von Unibail Rodamco Germany, Ulrich Wölfer, ein Gespräch zu den Chancen und Risiken des Einkaufszentrums am Neumarkt zu führen“, lässt sich CDU-Fraktionsvorsitzender Fritz Brickwedde in der Mitteilung zitieren. Warum seine Fraktion bei der Rundreise am Freitag vor einer Woche fehlte, was unter anderem von der SPD-Fraktion heftig kritisiert wurde? Er selber sei zum Zeitpunkt der Reise in seinem Ehrenamt als Vorsitzender des Bundesverbandes Erneuerbare Energie in Berlin gewesen, erklärte Brickwedde. Stattdessen hätte CDU-Ratsherr Christoph Bertels mitfahren sollen. „Ich wollte die CDU-Fraktion vertreten und hatte mich auch angemeldet“, versicherte dieser nun via Pressemitteilung. Dann aber sei kurz vor der Reise zu den Einkaufscentern ein beruflicher Termin gekommen, „den ich als Selbstständiger nicht ablehnen konnte“.

Verlust von Arbeitsplätzen?

Offen lässt die CDU in ihrer Erklärung allerdings, wieso kein Dritter aus der 18-köpfigen Fraktion – immerhin die größte im Rat der Stadt Osnabrück – zur Verfügung stand, um der Einladung zu folgen. Stattdessen attackiert sie den SPD-Fraktionsvorsitzenden Frank Henning, der an der Center-Tour teilgenommen hatte. Als Landtagsabgeordneter mache dieser „hauptberuflich Politik“ und lebe „vom Steuerzahler“. Dagegen müsse ein ehrenamtliches Ratsmitglied wie Bertels seine Einnahmen „am Markt erzielen“.

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Weiter heißt es in der Mitteilung, die CDU-Fraktion habe früher auch mit dem von Unibail Rodamco geschluckten Center-Entwickler mfi Gespräche geführt. Fraktionschef Brickwedde betonte, auch mit dem neuen Investor reden zu wollen. Dabei werde die CDU „mit Sicherheit auch kritische Fragen“ stellen.

Wenn Unibail Rodamco etwa von über 800 neuen Arbeitsplätzen spreche, die das Einkaufscenter am Neumarkt bringe, müsse gleichzeitig „über den drohenden potenziellen Verlust an Arbeitsplätzen in Einzelhandel und Gastronomie“ gesprochen werden. Beim stationären Einzelhandel gebe es wegen des zunehmenden Internethandels kein Wachstum, sondern Verdrängungswettbewerb, so die CDU-Fraktion.

Abwertung der Altstadt

Osnabrück sei nicht damit gedient, den Neumarkt aufzuwerten, wenn gleichzeitig die Altstadt abgewertet werde. Auch Probleme an Standorten wie der Kamp-Promenade müssten vermieden werden. Deshalb sei es von entscheidender Bedeutung, ob es dem Investor gelinge, neue Ankermieter zu gewinnen, die bisher nicht in Osnabrück vertreten sind. Erzeugte das neue Center zusätzliche Kaufkraftströme, die nach Osnabrück fließen, wäre das gut, heißt es in der CDU-Mitteilung. Eine „reine Umverteilung in Osnabrück“ sei dagegen nicht zu begrüßen.

Fritz Brickwedde: „Wir möchten über diese Fragen gerne mit dem Investor sprechen und uns aus erster Hand informieren lassen.“ Dazu gehöre auch die Klärung des Baubeginns, „denn eine baustellenbedingte Sperrung des Neumarkts ohne Baustelle geht gar nicht“.


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