Amüsanter Dichterstreit Zwei Sieger beim Poetry Slam „Dead Or Alive“

Von Tom Bullmann

Jacques Freyber während des Poetry Slams „Dead or Alive“ im Theater am Domhof in der Rolle des deutschen Dichters Kurt Schwitters (1887 - 1948). Foto: David EbenerJacques Freyber während des Poetry Slams „Dead or Alive“ im Theater am Domhof in der Rolle des deutschen Dichters Kurt Schwitters (1887 - 1948). Foto: David Ebener

thb Osnabrück. Zeitgenössische Poesie schnitt in der Gesamtwertung beim Poetry Slam „Dead Or Alive“  im ausverkauften Theater besser ab, die Lyrik bereits verstorbener Dichter geriet ins Hintertreffen. Im Finale landeten allerdings Vertreter von „Dead“ und „Alive“. Das Publikum kürte den Slammer Dalibor und den Schauspieler Orlando Klaus zu Siegern. Klaus hatte Texte von Heinrich Heine und Allan Ginsberg vorgetragen.

Zum vierten Mal traten in Osnabrück die lebenden Poetry Slammer gegen Schauspieler an, die versuchten, das Publikum mit Lyrik von verstorbenen Dichtern zu begeistern. Während die jungen Zeitgenossen eine Mischung aus Comedy, Kabarett und moderner Poesie lieferten, versuchten es die Schauspieler mit Texten von Heinrich Heine, John Donne und Kurt Schwitters. Ein wenig aktueller war der Beitrag von Rébecca Marie Mehne, die als Amy Winehouse die deutsche Übersetzung des Songs „Rehab“ vortrug.

Eingeleitet wurde der heitere Lyrikwettbewerb von The Fuck Hornisschen Orchestra, einem Musik-Comedy-Duo aus Leipzig, das die Zuschauer gleich zu Beginn auf die richtige Betriebstemperatur brachte. Der Wettbewerb verlief dann nach den bekannten Regeln: Die Moderatoren Andreas Weber und Patrick Berg verteilten Stimmkarten an zwölf Zuschauer, die nach jedem Beitrag Punkte zwischen 1 und 10 vergeben durften.

Weder Kurt Schwitters „Ursonate“, von Jacques Freyber in großartiger Dada-Manier vorgetragen, noch das von Florian Wintels dargebotene Märchen vom Macho-König und seinem schwulen Sohn konnten sich bei der Jury allerdings durchsetzen.

Per Applaus-Messung wurden im Finale schließlich zwei Sieger gekürt: Der Frankfurter Slammer Dalibor und Schauspieler Orlando Klaus, der Texte von Heinrich Heine und Allan Ginsberg vorgetragen hatte.