Ein Bild von Dr. Stefan Lüddemann
22.01.2016, 16:08 Uhr UNÜBERSICHTLICHE LAGE

Steht Osnabrücks Kunstförderung am Scheideweg?

Von Dr. Stefan Lüddemann


Protestaktion über den Dächern der Stadt Osnabrück: Künstlerinnen und Künstler gehen gegen Etatkürzungen in der Kunstförderung an. Foto: Gert WestdörpProtestaktion über den Dächern der Stadt Osnabrück: Künstlerinnen und Künstler gehen gegen Etatkürzungen in der Kunstförderung an. Foto: Gert Westdörp

Osnabrück. Wo steht die Kunstförderung in Osnabrück? Nach den Etatkürzungen gehen die Konzepte auseinander. Die Lage ist unübersichtlich - zum Nachteil der Künstler.

Die Kürzungen des Rates am Kulturetat haben ein Gutes. Sie haben die Kunstszene mobilisiert, eine neue Debatte über Sinn und Ziele von Kultur- und Kunstförderung ausgelöst. Mehr aber auch noch nicht. Der Fachbereich Kultur möchte jurierte Projektförderung, die Künstlerschaft öffentliche Mittel, die sie in Eigenverantwortung verteilen möchte. Hier weiterlesen: Künstlerprotest am Osnabrücker Stadthaus.

Gegensätzlicher geht es kaum, unproduktiver auch nicht. Die Kürzungen haben nicht nur die Künstler, sie haben offenbar auch die Kulturverwaltung kalt erwischt. Ein Konzept, mit dem nun auf die veränderte Lage reagiert werden könnte, gibt es kaum. Fest steht nur, was verloren ist: Geld und ein eigener Ausstellungsort. Hier weiterlesen: Gesellschaft für zeitgenössische Kunst gegründet.

Mit der neuen „Gesellschaft für zeitgenössische Kunst“ sind die Künstler nun in die Offensive gegangen. Ihr Verein ist allerdings kein Kunst-, sondern ein Künstlerverein. Als Interessenorganisation fehlt ihm, zumindest einstweilen, die Verankerung in der Bürgerschaft. In der „Gesellschaft“ gruppiert sich nur jenes Personal neu, das in diversen anderen Künstlervereinen schon organisiert ist. Das macht die Lage der Kunstförderung nicht besser, nur unübersichtlicher. Künstler, die vor allem an ihr Werk denken, könnten jetzt reagieren, wie Pessimisten unken. Sie wandern lieber ab. Hier weiterlesen: Kulturausschuss berät über Kunstförderung.


Der Artikel zum Kommentar

Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN