Erste Sitzung nach Kürzungsbeschlüssen Kulturausschuss in Osnabrück widmet sich der Künstlerförderung

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Kämpferisch: Elisabeth Lumme, die Vorsitzende der neu gegründeten Gesellschaft für zeitgenössische Kunst, bei eine Protestaktion im Vorfeld der Kulturausschusssitzung. Foto: Gert WestdörpKämpferisch: Elisabeth Lumme, die Vorsitzende der neu gegründeten Gesellschaft für zeitgenössische Kunst, bei eine Protestaktion im Vorfeld der Kulturausschusssitzung. Foto: Gert Westdörp

Osnabrück. Ausdauernd hat der Kulturausschuss in seiner ersten Sitzung nach den Kürzungsbeschlüssen zur Stadtgalerie getagt. Wichtigstes Thema: die künftige Künstlerförderung.

Elisabeth Lumme wagt einen beherzten Vorstoß: Die Stadt solle das Geld für die regionale Künstlerförderung der „Gesellschaft für zeitgenössische Kunst e.V.“ zur Verfügung stellen. Denn der Verein könne Infrastruktur schaffen und weitere Gelder akquirieren, um in Osnabrück eine kreative, junge, lebendige Kunstszene zu schaffen. Das hat Lumme in ihrer Funktion als Vereinsvorsitzende dem Kulturausschuss vorgeschlagen. Am Donnerstagabend hat das Gremium getagt: zum ersten Mal im renovierten Stadthaus, zum ersten Mal im Beisein des Oberbürgermeisters und Interims-Kulturdezernenten Wolfgang Griesert. Zum ersten Mal aber vor allem, nachdem der Rat die Kürzungen bei Stadtgalerie und Museums- und Kunstverein, aber auch beim Theater beschlossen hat. Weiterlesen: Verein für Zeitgenössische Kunst gegründet

Etatkürzung als Chance?

Wie nun weiter? Die Kürzung bei der Stadtgalerie greift erst 2017; die Zeit bis dahin will die Verwaltung nutzen. Nach den Vorstellungen von Kultur-Fachbereichsleiterin Patricia Mersinger wird 2016 zum Probejahr: Mit den 17000 Euro für die Künstlerförderung sowie einem Anteil aus dem Projektmitteltopf soll die Szene experimentieren. Neue Ausstellungsformate, womöglich junge Künstler, in erster Linie aber: neue Ausstellungsorte. Die Szene solle die Situation „als Chance“ Ausdauernd hat der Kulturausschuss in seiner ersten Sitzung nach den Kürzungsbeschlüssen zur Stadtgalerie getagt. Wichtigstes Thema: Geld.begreifen, schlägt Oberbürgermeister und derzeitiger Kulturdezernent Wolfgang Griesert vor: „Kunst braucht Raum, sogar Räume - Kunst schafft aber auch Raum“ sagt er. Rund 50 Künstlerinnen und Künstler haben vor der Sitzung mit einer Protestaktion ihren Unmut kundgetan und verfolgen jetzt die Sitzung. Ob sie sich von Grieserts Optimismus anstecken lassen? Denn mit seinen aufmunternden Worten will er der Szene den Umstand schmackhaft machen, dass es nach Wegfall des Mietzuschusses für die Stadtgalerie keinen festen Raum mehr geben werde. Die Szene werde flexibler, wenn der - verbleibende - Etat flexibler eingesetzt werde. Es gebe ja etliche Leerstände in der Stadt. Ein frommer Wunsch.

Denn Lumme macht sehr deutlich, wie aufwändig, anstrengend und zeitraubend es sei, für jedes Projekt neue Räume aufzutun, Leerstände hin oder her. Sie favorisiert stattdessen das Ladenlokal in der Hasestraße als Basis, bittet deshalb den Ausschuss: „Nehmen Sie diese 20000-Euro-Kürzung zurück!“ Noch ein frommer Wunsch? Für Griesert ist jedenfalls klar: „Wir werden nicht statt der Stadtgalerie andere Räume anmieten.“ Da scheint die Lösung noch in weiter Ferne Lumme hat jedenfalls schon vor der Sitzung weitere Protestaktionen angekündigt: „Das war erst der Anfang“, meinte sie, nach dem das Transparent mit der Aufschrift „Kunst ist Mehr wert“ am Balkongeländer des Stadthauses hing.

Weiterlesen: Künstler-Protest am Osnabrücker Stadthaus gegen Kürzungen >>


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