Umfrage unter Studio-Betreibern Profitieren Osnabrücker Fitness-Studios am Jahresbeginn von guten Vorsätzen?

Profitieren Osnabrücker Fitness-Studios am Jahresbeginn von guten Vorsätzen? Symbolfoto: dpaProfitieren Osnabrücker Fitness-Studios am Jahresbeginn von guten Vorsätzen? Symbolfoto: dpa

Osnabrück. “Mehr Sport machen“ ist einer der beliebtesten Vorsätze für das neue Jahr – und das dürften doch vor allem die Fitness-Studios merken, oder? Wir haben in Osnabrücker Studios gefragt, ob sie zu Jahresbeginn tatsächlich von Neumitgliedern überrannt werden.

Nicht alle Vertreter der von uns befragten Fitness-Studios möchten Zahlen nennen, Sebastian Grondey von Benefit an der Pagenstecherstraße hingegen ist damit schnell bei der Hand. „Im Januar haben wir 40 Prozent mehr Neukunden als sonst.“ Auch in den beiden darauf folgenden Monaten würden sich noch deutlich mehr Menschen bei Benefit anmelden. „Januar, Februar und März sind die Monate des guten Vorsatzes.“

Grondeys Erfahrung nach ist auch die Quote der passiven Mitglieder unter denen, die sich zu Beginn des Jahres anmelden, höher. Heißt: Wer von Januar bis März dem guten Vorsatz folgend eine Mitgliedschaft im Fitness-Studio aufnimmt, wird eher zur Karteileiche. Die anderen von uns befragten Studios können diese Erfahrung allerdings nicht bestätigen.

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Auf eine andere Aussage können sich hingegen alle einigen: Der Januar ist für die Fitness-Studios, was für den Einzelhandel der Dezember ist, und für den Februar gilt beinahe dasselbe.

„Im Dezember ist es bei uns deutlich leerer“

„Im Dezember ist es bei uns deutlich leerer, da haben viele Mitglieder Betriebsfeiern, besuchen Freunde, verbringen die Zeit auf jeden Fall nicht im Fitness-Studio“, sagt Andreas Seeger vom Studio Aktiv in der Iburger Straße. „Im Januar kommen die dann alle wieder – zusammen mit den Neumitgliedern.“

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Seeger ist unter den Befragten der Einzige, der keine übermäßig große Steigerung von Neumitgliedern zu Jahresbeginn registriert. Durch die guten Vorsätze der Bestandsmitglieder werde es aber auch bei ihm im Laden deutlich voller. „Wir setzen dann deutlich mehr Stunden ein. Früher war das aber noch krasser, mittlerweile verteilt es sich, weil es so viele Anbieter gibt.“

An das schlechte Gewissen gerichtet

Laut Alexander Schopenhauer vom Hohenzollern an der Heinrich-Heine-Straße richten sich die Fitness-Studios auch ganz gezielt an das schlechte Gewissen der potenziellen Neukunden. „Die guten Vorsätze werden in der Werbung und in Angeboten aufgegriffen - wer sich jetzt entscheidet, wird belohnt.“

Das Hohenzollern würde im Januar und Februar rund 150 Neumitglieder verzeichnen, im April dagegen seien es nur etwa 40 bis 60. Für die Mitarbeiter würden die ersten beiden Monate des Jahres Vollbeschäftigung bedeuten. „Die Aushilfen sind dann am absoluten Maximum ihrer Arbeitszeit.“ Wer clever sei, sagt Alexander Schopenhauer, würde für diese beiden Monate auch eine Urlaubssperre verhängen.

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Genau das tut auch Randolf Zervos von der Corpo Fitness Lounge an der Berghoffstraße. „Ein, zwei Tage gehen schon, aber wir haben eine ‚Langurlaubsperre‘ – auch noch im März.“ Die Zahl der Neuanmeldungen im Januar und Februar liege in seinem Fitness-Studio drei- bis viermal so hoch wie im Rest des Jahres.

Mit Spezialangeboten versuche man jetzt, um neue Kunden zu werben, einen Tag der offenen Tür gebe es auch am Jahresanfang. Zervos leitet nicht nur sein eigenes Studio, er ist auch in ganz Norddeutschland als Unternehmensberater anderer Fitness-Studios unterwegs. „Den Betreibern sage ich immer: Wer im Januar, Februar und März nicht um Neukunden wirbt, dem kann ich auch nicht mehr helfen.“

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