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Route durch Osnabrücker Wüste Rund 260 demonstrierten gegen AfD-Veranstaltung in Osnabrück


Osnabrück. Eine Demonstration gegen eine Infoveranstaltung der Partei „Alternative für Deutschland“ (AfD) zog am späten Dienstagnachmittag durch den Osnabrücker Stadtteil Wüste. Die Teilnehmer hatten sich versammelt, um gegen die AfD-Veranstaltung an der Parkstraße 40 zu demonstrieren.

Rund 260 Menschen hatten sich nach Angaben von Alexander Meyer, Einsatzleiter der Polizei, schließlich an der Demonstration beteiligt. „Wofür steht die AfD?“, zitierte der Initiator der Demonstration den Titel der Partei-Versammlung zur Begrüßung. Scheinbar müsse die AfD dies selber noch herausfinden, gab er dabei zu bedenken. Für ihn hingegen war dies eindeutig: Die AfD stehe ganz klar für Rassismus. Die Menschen können anständig und intelligent sein, dann seien sie aber nicht in der AfD, sagte er weiter und erntete Applaus und Zustimmung von den Anwesenden. (Weiterlesen: Demo gegen AfD-Auftritt in Osnabrück)

Stopp in der Parkstraße

Begleitet von Trommeln und Sprechchören ging es von der Osnabrückhalle, durch die Rehmstraße bis in die Parkstraße. „Say it loud, say it clear! Refugees are welcome here“, tönte es regelmäßig aus dem Zug, aber auch auf den umstrittenen Chef der Thüringer AfD, Björn Höcke, wurde Bezug genommen: „Wer Höcke heute applaudiert, wäre 33 mitmarschiert“. (Weiterlesen: Höcke von der AfD Thüringen: Merkel in „der Zwangsjacke“ abführen)

Vor dem Veranstaltungsort der AfD kam der Zug zum erliegen. Mehrmals forderte der Verantwortliche die Demonstration auf, bis zum genehmigten Endpunkt, dem Jahnplatz, vorzurücken. Ohne Erfolg, sodass er die Demo schließlich auflöste. Erst nach mehrfacher Androhung der Polizei, strafrechtliche Maßnahmen gegen die Verweilenden zu ergreifen, zogen auch die letzten Teilnehmer weiter. Zu weiteren Zwischenfällen kam es nicht, lediglich der harte Kern am Jahnplatz wurde des Ortes verwiesen. Dabei konfiszierte die Polizei die Stöcke der mitgebrachten Trommeln.

Situation nicht unkritisch

Die Situation einer AfD-Veranstaltung mit einer Gegendemonstration sei „nicht ganz unkritisch“, hatte Polizei-Einsatzleiter Meyer im Vorfeld gesagt. Im ganzen Bundesgebiet sei es dabei schon zu Vorfällen gekommen, dementsprechend sei auch die Osnabrücker Polizei vertreten. Eine genaue Zahl der eingesetzen Kräfte wurde nicht genannt.

Für den Informationsabend hatte der AfD-Kreisverband Osnabrück Land den Landesvorsitzenden Armin-Paul Hampel als Gastredner geladen. Es sei das erste Mal, dass sich die AfD „so weit in die Innenstadt traue“ und damit zu weit in die Hasestadt, hatte der Veranstalter der Demo in einer zugehörigen Facebook-Ankündigung des „Café Résistance“, einem offenen antifaschistischen Treff in Osnabrück, geschrieben. (Weiterlesen: Kuhlmann vor AfD: „Kreuzzüge waren eine Verteidigungsreaktion!“)


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