Osnabrücker Kunstszene „Gesellschaft für zeitgenössische Kunst“ gegründet

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Osnabrück. Osnabrücks Künstler gründen Gesellschaft für zeitgenössische Kunst. Damit reagieren sie auf die Kürzungen am Kulturetat. Die Gesellschaft soll Plattform für Osnabrücks Kunstszene sein.

Osnabrück. Kunstszene überholt Kulturpolitik: 30 Künstlerinnen und Künstler haben die „Gesellschaft für zeitgenössische Kunst Osnabrück e.V.“ gegründet. „Das ist der Verein, der jetzt das Thema zeitgenössische Kunst in Osnabrück vertritt“, sagte die zur Vorsitzenden gewählte Künstlerin und Kuratorin Elisabeth Lumme. Mit dieser Gründung reagiert die Kunstszene auf die Kürzungsbeschlüsse des Stadtrates vom 8. Dezember 2015, die unter anderem das Ende des Ausstellungsortes Stadtgalerie zum Jahresende besiegelt haben. Hier weiterlesen: Die Heilpädagogische Hilfe will das Stadtgalerie-Café erhalten.

Die Kulturpolitiker werden erst am nächsten Donnerstag reagieren können. Dann nehmen die Mitglieder des Kulturausschusses in ihrer ersten Sitzung nach dem Ratstermin jene Kürzungen am Kulturetat zur Kenntnis, die ohne ihre Fachberatung im Zuge einer Verständigung aller Ratsfraktionen beschlossen worden waren. Die Zuschüsse für die Miete für die Stadtgalerie in Höhe von 20000 Euro sind ebenso entfallen wie 5000 Euro für den Museums- und Kunstverein (MuK). Das Theater soll weitere 50000 Euro einsparen. Die Museumsdepots verlieren die gleiche Summe. Hier weiterlesen: Osnabrücker Künstler protestieren gegen Etatkürzungen.

Die Kunstszene geht auch vor der Sitzung des Kulturausschusses in die Offensive. Mit leeren Keilrahmen und weißen Leinwänden wollen Künstler am Donnerstag, 21. Januar, ab 16.30 Uhr vor dem Stadthaus gegen die Etatkürzungen protestieren. Zudem läuft eine Postkartenaktion an, die Oberbürgermeister Wolfgang Griesert (CDU) mit einer Flut von Protestadressen konfrontieren soll. Hier weiterlesen: Auch das Theater soll sparen - die Debatte über Etatkürzungen.

Neben Elisabeth Lumme haben Jens Raddatz vom Bund Bildender Künstler (BBK) sowie Hermann Nöring vom European Media Art Festival (EMAF) Vorstandsposten in der neuen Gesellschaft übernommen. Beigetreten sind unter anderen die Direktorin der Kunsthalle Osnabrück, Julia Draganovic, die ehemalige Leiterin des Fachbereiches Kultur, Dagmar von Kathen, und Hiltrud Schäfer von den Freunden der Kunsthalle. Hier weiterlesen: Museums- und Kunstverein lobt Osnabrücker Kunstpreis aus.

Die neue Gesellschaft soll nach den Worten von Elisabeth Lumme alle vorhandenen Vereine, die sich für Kunst in Osnabrück engagieren, konzertieren und als „Zweckbetrieb“ Ausstellungen und Projektförderung voranbringen. Hier weiterlesen: Beginnt der Kulturabbau? Der Kommentar.

„Ich freue mich über den neuen Schwung in der Kunstszene“, kommentierte Julia Draganovic die Vereinsgründung. Die neue Gesellschaft könne helfen, ungewohnte Orte für Kunstausstellungen zu erschließen und Drittmittel für Kunstprojekte einzuwerben. „Ich bin sehr für Selbstorganisation“, sagte die Leiterin der Kunsthalle. Die scheint in einem Punkt schon zu funktionieren. Der neue Verein führt Akteure zusammen, die bislang eher Interessengegensätze kultivierten als zu kooperieren. Hier weiterlesen: Offener Brief gegen Schließung der Stadtgalerie.


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