Ethik-Kommission tagt zum 50. Mal „Gewissen“ der Uni Osnabrück feiert Jubiläum

Wer an der Uni Osnabrück Forschung am Menschen betreiben will, kommt an der Ethik-Kommission kaum vorbei. Sie berät Wissenschaftler ethisch und rechtlich. Foto: Colourbox.deWer an der Uni Osnabrück Forschung am Menschen betreiben will, kommt an der Ethik-Kommission kaum vorbei. Sie berät Wissenschaftler ethisch und rechtlich. Foto: Colourbox.de

pm/sst Osnabrück. Welche ethischen und rechtlichen Grundlagen müssen Wissenschaftler bei ihren Studien beachten? An der Universität Osnabrück berät die Forscher seit 1992 eine Ethik-Kommission, die jetzt zum 50. Mal tagte.

In den 50 Sitzungen hat das „Gewissen der Universität“ insgesamt 237 Anträge erörtert. Dabei ging es insbesondere um Forschungsvorhaben aus dem biomedizinischen und psychologischen Bereich, also hauptsächlich um die Forschung am Menschen. Beispiel: eine psychologische Studie über die Auswirkungen von Krafttraining auf das Körperbild von Männern.

Achtköpfiges Gremium

„Die größten Herausforderungen bei den Beratungen sind die Einhaltung der ethischen und rechtlichen Bedingungen zur Einwilligung sowie zum Datenschutz“, erklärt Prof. Dr. Arndt Sinn, Vorsitzender der Ethik-Kommission. Das Gremium besteht aus mindestens acht Mitgliedern, darunter Professoren aus dem biomedizinischen Bereich sowie ein Jurist mit der Befähigung zum Richteramt. Was die Berater qualifiziere, sei also vor allem fachliche Kompetenz, aber auch eigene Forschungserfahrung, so Sinn. Damit bilde die Kommission einen „ganz wesentlichen Bestandteil interner Qualitätssicherung bei der Beantragung und Durchführung von Forschungsvorhaben“, wie es in einer Mitteilung der Universität Osnabrück heißt.

Angesichts des steigenden Beratungsbedarfs stelle die Ethik-Kommission seit einiger Zeit Mustertexte zur Verfügung, um bereits vor der Antragstellung Hinweise auf ethisch-rechtlich relevante Fragen zu geben und so die Bearbeitungszeit zu verkürzen. „Das schafft Ressourcen für die inhaltliche Forschungsarbeit, für die die Antragsteller selbst die Verantwortung übernehmen müssen“, betont der Vorsitzende. „Denn eine inhaltliche Bewertung der Forschung jenseits ihrer ethisch-rechtlichen Aspekte findet nicht statt.“

Neu an der Hochschule

An der Hochschule Osnabrück gibt es ebenfalls eine Ethik-Kommission – allerdings erst seit Ende 2014. Dort gehören dem Gremium 16 Mitglieder an.


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