„Das war keine Revolte“ Vorstandsmitglied der Osnabrücker Tafel äußert sich zur Abwahl

Obst und Gemüse für Bedürftige: In der Osnabrücker Tafel an der Schlachthofstraße werden jeden Tag Lebensmittel an über 100 Haushalte verteilt. Foto: Jörn MartensObst und Gemüse für Bedürftige: In der Osnabrücker Tafel an der Schlachthofstraße werden jeden Tag Lebensmittel an über 100 Haushalte verteilt. Foto: Jörn Martens

Osnabrück. Der Vorstand der Osnabrücker Tafel widerspricht der Darstellung, ihre Mitarbeiter hätten sich „körbeweise“ selbst mit Nahrungsmitteln versorgen dürfen. In einer Stellungnahme zu unserem Bericht aus der vergangenen Woche wendet sich der noch amtierende Kassenwart Thomas Deppen außerdem gegen den Eindruck, dass es in der jüngsten Mitgliederversammlung zu einer „Revolte“ gekommen sei.

Gegenstand unserer Berichterstattung war, dass der Vorstand der Tafel völlig überraschend abgewählt wurde. Das sei eine interne satzungsgemäße Angelegenheit in einem eigenständigen Verein, schreibt Deppen. Die Abwahl eines Vorstands gehe zunächst nur die Mitglieder etwas an. Deshalb sei es nicht im Interesse der Öffentlichkeit, Einzelergebnisse zu nennen, wie es in unserem Bericht geschehen sei, denn von Verfehlungen des Vorstands könne keine Rede sein. (Weiterlesen: Vorstand der Osnabrücker Tafel abgewählt)

Bis zur Neuwahl muss der alte Vorstand weiter arbeiten

Satzungsgemäß sei der abgewählte Vorstand verpflichtet, die Geschäfte bis zur Wahl eines neuen weiterzuführen. Das sei auch bei der Tafel „selbstverständlich der Fall“, vermerkt der Kassenwart. Deppen bezeichnet es zudem als fragwürdig, dass Äußerungen von namentlich nicht genannten Mitarbeitern über schlechte Kommunikation und mangelnde Wertschätzung über unseren Bericht in die Öffentlichkeit getragen wurden. (Weiterlesen: Kommentar - Vorstand abserviert)

Bringedienste für behinderte oder gebrechliche Kunden

Wenn tatsächlich Lebensmittel von Ehrenamtlichen körbeweise in Privatwagen geladen würden, dann könne es sich nur um Bringedienste für behinderte oder gebrechliche Kunden handeln. „Ehrenamtliche und Mitarbeiter der Schlachthofstraße waren es wohl nicht, denn die wüssten, dass noch im Juli des letzten Jahres die Frage der Mitnahme von Lebensmitteln durch einen Aushang klar geregelt wurde“, schreibt Deppen weiter. Kein Lebensmittel werde ohne eine Spende zugunsten der Tafel herausgegeben.

Über 300 Ehrenamtliche

Für die Wertschätzung der Ehrenamtlichen durch den bisherigen Vorstand spreche, dass sie ihr Engagement unvermindert fortsetzten. Zu ihrer Motivation bekämen sie an runden Geburtstagen ein kleines Geschenk, Kranke würden besucht, und bei vielen Gelegenheiten werde in der Öffentlichkeit die Arbeit der Ehrenamtlichen gewürdigt. Die jährliche Weihnachtsfeier gebe dem Vorstand Gelegenheit, das Engagement der über 300 Ehrenamtlichen zu würdigen und Jubilare zu ehren. (Weiterlesen: Hundefutter für Kunden der Osnabrücker Tafel)


0 Kommentare