Kulturprogramm geplant Heilpädagogische Hilfe: Stadtgaleriecafé läuft weiter

Für das Stadtgaleriecafé: Uwe Bergfeld (HHO-Prokurist Arbeit) , Kathrin Kiefer(Stadtgalerie-Café) und Heiner Böckmann (Geschäftsführer HHO, von links). Foto: Jörn MartensFür das Stadtgaleriecafé: Uwe Bergfeld (HHO-Prokurist Arbeit) , Kathrin Kiefer(Stadtgalerie-Café) und Heiner Böckmann (Geschäftsführer HHO, von links). Foto: Jörn Martens

Osnabrück. Der Betrieb des Stadtgalerie-Cafés in Osnabrück geht weiter. Das betont die Heilpädagogische Hilfe. Einen Galeriebetrieb wird es aber nicht mehr geben.

„Wir werden das Stadtgalerie-Café über 2016 hinaus weiter betreiben“, sagt Heiner Böckmann, Geschäftsführer der Heilpädagogischen Hilfe Osnabrück (HHO). Böckmann wie auch Kathrin Kiefer, Ansprechpartnerin bei der HHO für das Café, betonen allerdings, dass es in Zukunft keinen durchgehenden Ausstellungsbetrieb mehr geben kann. Der steht für die HHO auch nicht im Mittelpunkt. „Wir bieten mit dem Café vor allem Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderung an“, sagt Uwe Bergfeld, HHO-Prokurist Arbeit, und erläutert, dass derzeit 13 Menschen mit Behinderung in dem Café arbeiten. Hier weiterlesen: Künstler protestieren gegen Kulturkürzungen .

Mietzuschuss gestrichen

Hintergrund der Diskussion: Der Osnabrücker Stadtrat hat in seiner Sitzung vom 8. Dezember 2015 unter anderem 20000 Euro Mietzuschuss der Stadt für den Betrieb des Stadtgalerie-Cafés gestrichen. Die Stadt hat den Mietvertrag zum Jahresende 2015 gekündigt. Jetzt müssen die HHO-Verantwortlichen überlegen, wie sie den Betrieb allein weiter sicherstellen können. Ihre zentrale Botschaft lautet allerdings, dass sie auf jeden Fall mit dem Café-Betrieb weitermachen wollen. Die Diskussion um den Galeriebetrieb im Café führe derzeit zu Irritationen bei den Kunden, heißt es. Hier weiterlesen: Debatte über Etatkürzungen - auch Theater soll sparen.

„Kürzung hat uns überrascht“

„Die Kürzung des Stadtrates hat auch uns überrascht“, sagt Heiner Böckmann und stellt klar, dass dieser Beschluss zu bedauern sei. Nach Gesprächen mit dem Fachbereich Kultur der Stadt nimmt die HHO den Angaben zufolge jetzt Kontakt mit dem Vermieter der Räume des Cafés auf. Wie die Mietkosten künftig bestritten werden können, ist allerdings noch nicht abschließend geklärt. Hier weiterlesen: Künstler streiten über Zukunft der Stadtgalerie.

Anlaufpunkt im Heger-Tor-Viertel

Böckmann wie auch Kiefer betonen den Wert des Stadtgalerie-Cafés als zentraler Anlaufpunkt im Heger-Tor-Viertel. „Wir haben uns einen guten Namen geschaffen, auch mit der Qualität unserer Produkte“, sagt Uwe Bergfeld. Das Café soll weiter als Kultur-Café betrieben werden. Dabei denkt Kathrin Kiefer an Lesungen und Improvisationstheater ebenso wie an Kunstausstellungen. Nur der durchgehende Ausstellungsbetrieb sei aus eigener Kraft nicht sicherzustellen, sagt sie. Für sie steht allerdings fest: „Gerade für kleine Gruppen mit begrenztem Budget sind wir ein guter Anlaufpunkt.“ Hier weiterlesen: Weniger Geld für Osnabrücks Kunstszene - der Kommentar.

Angemessene Räume für Kultur

Kiefer betont weiter die Bereitschaft des Teams, für Kulturprojekte angemessene Raumbedingungen schaffen zu wollen. Das gilt auch für Kunstausstellungen. Wie sehr sich dafür die Bedingungen allerdings auch wieder verändert haben, zeigt die Information, dass der hintere Raum des Cafés inzwischen auch voll bestuhlt ist. Rauminstallationen, wie sie früher dort zu sehen waren, sind jetzt nicht mehr so einfach möglich. Hier weiterlesen: Museums- und Kunstverein lobt Kunstpreis für Osnabrück aus.

Kosten senken, Einnahmen erzielen

Für die HHO stellt sich allerdings auch die Aufgabe, Kosten zu senken und mehr Einnahmen zu erzielen. Ohne die Ausstellungen könnten jetzt geschlossenen Gesellschaften mehr Angebote gemacht werden. Außerdem werde über eine Anpassung der Öffnungszeiten nachgedacht, sagte Heiner Böckmann abschließend.


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