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Nach den ersten Tauchnächten Wieder kein Blindgänger im Osnabrücker Stichkanal entdeckt


Osnabrück. Was wartet da unten tief im Dunkeln auf dem Grund des Osnabrücker Stichkanals auf die auf Taucher? Zumindest bis Donnerstag war es nur harmloser Schrott. Seit Montag sucht eine Hamburger Tauchfirma Nacht für Nacht den Kanalgrund systematisch nach Blindgängern ab.

Im Bereich der Haster Schleuse soll der Kanal in den kommenden Monaten ausgebaggert werden. Im Vorfeld wurde auf einer Strecke von rund 900 Metern der Grund des Kanals nach Blindgängern sondiert. Gut achtzig Verdachtspunkte werden jetzt in der betriebsfreien Zeit zwischen 21 und 6 Uhr genauer untersucht. Die Taucher arbeiten sich aus Richtung Stadthafen kommend in Richtung Hollager Schleuse vor. (Weiterlesen: Blindgängersuche im Osnabrücker Stichkanal)

Vier Punkte untersucht

Das Ergebnis der ersten drei Nächte bis Donnerstagmorgen: 21 Punkte haben die Taucher untersucht, 21 Mal konnte Entwarnung gegeben werden. in der ersten Nacht habe das Freilegen länger gedauert als zunächst erwartet, bilanziert Jürgen Wiethäuper vom Ordnungsamt der Stadt Osnabrück. Die Befestigung des Kanalgrundes ist an einigen wohl grundsolide.

Zwei oder drei Nächte werde es voraussichtlich noch dauern, dann sei der Bereich oberhalb (südlich) der Haster Schleuse geräumt, erläutert Wiethäuper. Viele Betriebe in diesem Bereich könnten dann aufatmen, weil sich damit auch die Evakuierungspläne ändern. Unterhalb der Schleuse gibt es dann noch 42 Verdachtspunkte, die laut Plan bis Ende Januar geklärt werden sollen.

Entwarnung oder Evakuierung?

Und wenn die Taucher in einer der kommenden Nächte fündig werden? An jeden Morgen wird Wiethäuper gegen 6.30 Uhr über die Ergebnisse der nächtlichen Suche informiert. Je nach dem, was die Nacht gebracht hat, gibt er in einer Rund-Mail Entwarnung oder lässt die Vorbereitungen für Räumung anlaufen. Sprich: Der Stichkanal bleibt gesperrt, Sprengmeister Hans Moor macht sich auf den Weg nach Osnabrück, die Polizei sowie Rettungs- und Hilfsdienste treffen die Vorbereitungen für die Evakuierung, die betroffenen Firmen werden davon informiert.

Sprengmeister mit Tauchschein

Sprengmeister Moor taucht dann zu dem Blindgänger und entscheidet, wie die Bombe unschädlich gemacht wird: Unter Wasser entschärfen, an Land hieven und dort entschärfen oder am Fundort, sprich: unter Wasser sprengen. Entscheidend ist dabei Art und Zustand des Zünders. Vorsorglich hat das THW in der vergangenen Woche schon einen Sprengplatz eingerichtet. (Weiterlesen: Entschärfungsplatz für die Bombensuche im Osnabrücker Stichkanal)

Wenn alles glatt läuft, wäre ein Blindgänger dann wohl am frühen Nachmittag entschärft. Falls die Taucher in einer Nacht mehrere Bomben entdecken oder die Schleuse oder andere Objekte aufwendig geschützt werden müssen, kann es auch länger dauern. Für Fragen ist für die Dauer der Maßnahmen im Stichkanal ein Bürgertelefon unter 0541 / 323-4490 eingerichtet. Informationen zum Evakuierungsgebiet gibt es geo.osnabrueck.de/evakuierung.


Wenn es zur Evakuierung kommt

Sollte es zu einer Evakuierung kommen, werden die betroffenen Bürgerinnen und Bürger durch Einsatzkräfte aufgesucht und zur Räumung des Gebiets aufgefordert. Das Evakuierungsgebiet wird je nach Fundort individuell festgelegt. Die Entschärfung eines Blindgängers kann immer erst nach erfolgreicher Umsetzung aller Sicherheitsmaßnahmen erfolgen. Die Stadt bittet deshalb dringend darum, den Anweisungen der Ordnungskräfte unverzüglich Folge zu leisten.

Um im Fall der Fälle Verzögerungen zu vermeiden, sollten bereits vorsorglich notwendige Transportmöglichkeiten für bettlägerige oder kranke Personen über die Regionalleitstelle Osnabrück (Tel.: 0541 323 4455) angemeldet werden. Je eher die Information erfolgt, desto besser kann für den Transport gesorgt werden.

Die Stadt Osnabrück bittet darum, ältere und insbesondere auch ausländische Nachbarn über die mögliche Evakuierungsmaßnahme zu informieren.

Für Fragen ist für die Dauer der Maßnahmen im Stichkanal ein Bürgertelefon unter 0541 323 4490 geschaltet.

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