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Inventur 2015 Im Zoo Osnabrück leben 3627 Tiere aus 295 Arten


Osnabrück. Ende 2015 wurde im Zoo Osnabrück wieder der komplette Tierbestand gezählt und geschätzt. Ergebnis: Zum Stichtag 31. Dezember lebten dort 3627 Tiere aus 295 Arten. Das sind zwar weniger als im Jahr zuvor. Aber spätestens seit der Geburt von Trampeltier-Baby Arif Anfang Januar 2016 ist die Inventur sowieso überholt.

Wie der Zoo am Freitag mitteilte, herrscht bei den Säugetieren nach wie vor die größte Vielfalt: 624 Individuen aus 86 Arten registrierten die Tierpfleger in dieser Kategorie. Die meisten einzelnen Lebewesen (1352) gibt es bei den 76 Arten von Fischen.

Immer in Bewegung

Besonders zahlreich vertreten sind am Schölerberg auch Vögel. 77 Arten mit 601 Individuen wurden hier in den Volieren und Becken ermittelt. Darüber hinaus stehen in der Tierbestandsliste des Osnabrücker Zoos 119 Reptilien aus 27 Arten, 44 Amphibien aus vier Arten sowie 887 wirbellose Tiere aus 25 Arten.

Die Veränderungen gegenüber 2014 sind – was die Menge angeht – gering. Vor Jahresfrist waren es unter dem Strich 3698 Tiere aus 298 Arten. Doch abgesehen von natürlicher Fluktuation durch Tod (so bei den Nashörnern) und Geburt (etwa bei den Giraffen,Seehunden oder Weißscheitelmangaben und Zwergottern) gehe im Zoo Osnabrück Klasse vor Masse, wie der wissenschaftliche Mitarbeiter Tobias Klumpe erklärt: „Bei uns ist immer alles in Bewegung. Wir planen ständig neue Anlagen, und da schauen wir ganz genau, welche Tiere ins Konzept passen.“

Auch züchterische Fragen spielten bei der Zusammenstellung eine Rolle – Stichwort Arterhaltung. Immer wieder würden Tiere mit anderen Zoos getauscht, um Inzest zu vermeiden. Im vergangenen Jahr sei beispielsweise der Schopfhirsch neu nach Osnabrück gekommen und leistet nun am Schölerberg den Roten Pandas Gesellschaft. Bei den Affen wurde die Drillgruppe zur größten Europas erweitert. Und nach mehrjähriger Pause leben nun auch wieder Mähnenwölfe im Zoo.

Was ist mit Ameisen?

Aber wie genau ist eigentlich so eine Inventur? 3627 Tiere: Das Ergebnis mutet exakt an. Dabei fließen von kleinen Vögeln und winzigen Schwarmfischen oft nur Näherungswerte in die Statistik ein. Aquariumsleiter Stefan Bramkamp: „Bei Neons und Guppys müssen wir schätzen.“ Der Einfachheit halber würden auch die Ameisen nur als ein Volk geführt und Korallen kolonieweise erfasst, weil sie mitunter viel zu verästelt sind, um sie auseinanderhalten zu können. (Weiterlesen: Giftige Rotfeuerfische neu im Zoo Osnabrück)

Im Vogelrevier wiederum teilt man sich die mühsame Zählarbeit – getreu dem Motto: Vier Augen sehen mehr als zwei. „Wie stellen uns zu mehreren an den jeweiligen Enden der Volieren auf, dann erfasst jeder einen Teilbereich – und hinterher fügen wir alle Zahlen zusammen“, erklärt Tierpflegerin Anja Unger. Zur Sicherheit werde das Ganze mehrmals wiederholt. Zu Buche standen diesmal schließlich 36 Spitzschwanz-Amadinen, 14 Binsen-Astrilde, sieben Rotköpfige Papageien-Amadinen, sechs Diamanttauben und drei Kalifornische Schopfwachteln.

Wackelig auf den Beinen

Zu den allerneusten Zoobewohnern zählt das Trampeltier-Baby Arif. Es wurde am 5. Januar geboren und ist das sechste Jungtier von Mutter Ronja. Sein Vater ist Trampeltier-Bulle Rudi. Beide Elterntiere sind 13 Jahre alt.

„Arif geht es gut, er ist ein sehr kräftiges Jungtier und schon sehr mobil – allerdings kann er zurzeit wegen der Witterung nur kurz raus. Er hat zwar ein dickes Fell, aber der Boden ist teilweise glatt“, berichtet Marcel Köck-Nitschke, Tierpfleger im Kamelrevier. Die letzte Geburt bei den Trampeltieren liegt erst ein Dreivierteljahr zurück: Im April 2015 kam Jungbulle Noyan zur Welt.

Trampeltiere müssen weg

Arif kam am Dienstag in den frühen Morgenstunden zur Welt. „Als meine Kollegin Tanja Boss morgens in den Stall kam, stand Arif schon auf seinen wackeligen Beinen und versuchte, bei seiner Mutter am Euter zu nuckeln“, sagt Köck-Nitschke.

Ein Spielkamerad für Arif ist bereits in Sicht: Trampeltier-Weibchen Ayla erwartet in den nächsten Wochen ebenfalls ein Jungtier. Allerdings werden die Trampeltiere den Zoo Osnabrück im Laufe des Jahres verlassen. Ihr Gehege fällt in den Bereich, wo in Kürze die geplante Nordamerika-Tierwelt entstehen soll. (Weiterlesen: Zoo Osnabrück hebt 2016 die Eintrittspreise deutlich an)


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