Glatteis in der Region Osnabrück Eisregen beschert Schülern einen zusätzlichen Ferientag


Osnabrück. Durch die Mischung aus Dauerfrost und Regen hat sich am Mittwoch erneut gefährliches Glatteis in der Region gebildet. Am Nachmittag wurde die Entscheidung getroffen, dass aufgrund der extremen Witterungsverhältnisse am Donnerstag der Unterricht an allen allgemein- und berufsbildenden Schulen in der Stadt und dem Landkreis Osnabrück ausfällt. Schwere Unfälle gab es nicht.

Von Holger Jansing, Annalena Klein, Olga Zudilin, Frank Wiebrock und Volker Poerschke

Der Unterrichtsausfall bedeutet für die Schüler in der Region, dass sich die Weihnachtsferien um einen Tag verlängern. Am Donnerstag können sie noch einmal ausschlafen. Die Behörden wiesen darauf hin, dass der Unterricht am Freitag höchstwahrscheinlich planmäßig stattfinden wird, da das Wetter deutlich milder werden soll.

Betreuung der Schüler ist sichergestellt

Um eine Betreuung der Schüler sicherzustellen, sind auch bei Unterrichtsausfall alle Schulen geöffnet und Lehrkräfte als Aufsicht vor Ort, wie Stadt und Landkreis Osnabrück in einer gemeinsamen Erklärung mitteilten. Regulärer Unterricht finde nicht statt. Den Schülern stehe es frei, zur Schule zu gehen. In Nordrhein-Westfalen gilt eine andere Regelung. Dort entscheiden die Eltern, ob es für die Kinder zumutbar ist, die Schule zu erreichen.

Zuletzt hatte es im Januar 2013 und davor an mehreren Tagen im Dezember 2010 winterbedingten Unterrichtsausfall in der Stadt und dem Landkreis Osnabrück gegeben. Am Donnerstag fällt auch in zahlreichen anderen Städten und Kreisen im Nordwesten die Schule aus. (Mehr zum Schulausfall lesen Sie hier.)

Nachdem am Morgen erneut Eisregen eingesetzt hatte, bildeten sich am Mittwoch vielerorts spiegelglatte Straßen. Bis zum Nachmittag registrierte die Polizei Osnabrück mehr als 20 Unfälle. Es kam vor allem zu Blechschäden. Die Kreispolizeibehörde Steinfurt meldete am Nachmittag 32 Unfälle. Bis zum Abend gab es eine amtliche Unwetterwarnung. (Lesen Sie hier mehr zur Unfallbilanz.)

Den ganzen Tag über kam es zu Behinderungen im öffentlichen Nahverkehr. Nach Angaben der Verkehrsgemeinschaft Osnabrück konnten einzelne Endpunkte nicht angefahren werden. Die VOS riet ihren Fahrgästen, nur Bushaltestellen an Hauptstraßen zu nutzen. Linien wie die 491 von Osnabrück nach Hasbergen-Gaste oder die 493 zwischen Hagen und Osnabrück fielen bis in den Nachmittag komplett aus. Die VOS informierte über ihren Twitterkanal laufend über die aktuellen Entwicklungen.

In allen Orten waren die Streudienste pausenlos im Einsatz, um der Lage Herr zu werden. Bei Minus drei Grad gefror der Regen sofort auf Straßen und Autos. Nach Auskunft der Feuerwehr waren vor allem die Nebenstraßen extrem glatt. Wer sein Auto draußen stehen hatte, braucht Geduld beim Eiskratzen: In kurzer Zeit entstand ein dicker Eispanzer, der nur schwer zu beseitigen war.

Behinderungen bei der Müllabfuhr

Aufgrund der Witterungsverhältnisse kam es außerdem zu Ausfällen bei der Müllabfuhr. Die Abfallwirtschaftsgesellschaft des Landkreises wies darauf hin, dass in vielen Städten und Gemeinden die vereisten Straßen keine gefahrlose Abfallsammlung zugelassen hätten. Alle stehengebliebenen Gelben Säcke oder Behälter für Verpackungs-, Papier- oder Bioabfälle könnten aus Kapazitätsgründen nicht nachträglich abgeholt werden. Die betroffenen Bürger werden gebeten, die angefallenen Mehrmengen beim nächsten Abfuhrtermin an die Straße zu stellen.

Der Osnabrücker Zoo musste aufgrund der Eisglätte früher schließen. In Glandorf mussten Sternsinger den Besuch eines Kindergartens absagen. Und in Bad Iburg fiel die Mitgliederversammlung des Vereins für Orts- und Heimatkunde aus. Auch andere Angebote wurden ersatzlos gestrichen. So entfiel beispielsweise das Nachmittagsangebot des Mütterzentrums in Hasbergen. Einige Teilnehmer hätten aber auch von selbst aus Sicherheitsgründen abgesagt, berichtete Vorstandsmitglied Diana Miller.

Das Glatteis hielt auch Ärzte und Pfleger in den Osnabrücker Krankenhäusern auf Trab. Allerdings verzeichneten die Krankenhäuser im Vergleich zum Vortag wesentlich weniger Patienten, die auf glatten Straßen verunglückt sind. „Während am Dienstag 75 Verletzte von Glatteis-Unfällen gezählt wurden, sind es am Mittwoch deutlich weniger“, sagte ein Sprecher des Klinikum Osnabrück. Genaue Zahlen konnte er allerdings nicht nennen. Im Marienhospital wurden bis 16 Uhr Nachmittag 24 Verletzte behandelt. Am Dienstag waren es dagegen 85 Verletzte von Glatteis-Unfällen, sagte ein Sprecher des Marienhospital. Bei den Verletzungen handelt es sich vor allem um Brüche.

Polizei warnt vor Glatteis: Der Live-Ticker vom Mittwoch zum Nachlesen.


Die Luftmassengrenze direkt über dem Höhenzug des Wiehengebirges nördlich von Osnabrück hat zu der außergewöhnlichen Wetterlage an den vergangenen Tagen geführt. Seit Montag stoßen in der Region fast unverändert feuchtwarme und polare Luft aufeinander. Die Folge: Dauerfrost und Eisregen. Eine ähnliche Wetterlage gab es Ende November 2005, als das Schneechaos über der Region hereinbrach. Der Unterschied: Damals schneite es stundenlang sehr heftig, während es derzeit nur geringe Niederschläge gibt. Ältere Osnabrücker werden sich noch an den extremen Eisregen am Rosenmontag 1987 erinnern, der damals für chaotische Verhältnisse in der Region sorgte.