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Osnabrücks Nahverkehr der Zukunft OS-Bahn-Konzept 2025: mehr Züge, mehr Stationen

Von Sebastian Stricker


Osnabrück. Bis zum Jahr 2025 sollen die meisten Bahnhöfe in und um Osnabrück im 30-Minuten-Takt bedient werden. Das sieht das OS-Bahn-Konzept der Planungsgesellschaft Nahverkehr Osnabrück (Planos) vor. Was den geplanten Haltepunkt am Rosenplatz betrifft, soll es Anfang 2016 einen Auftakttermin mit allen Beteiligten in Hannover geben.

Das Treffen sei für Januar oder Februar geplant, teilte die Planos bei einer Informationsveranstaltung Ende 2015 im Rathaus mit. Beteiligt seien neben der Stadt Osnabrück auch die Deutsche Bahn als Netzbetreiber und künftiger Eigentümer der Station, außerdem die Landesnahverkehrsgesellschaft (LNVG). Inhaltlich soll es etwa um Grundstücksfragen gehen, um das Versetzen von Lärmschutzwänden und um bahntechnische Umbauten.

Rosenplatz-Halt soll Altstadt-Bahnhof ähneln

Der Bahnhalt am Rosenplatz gehört zu 19 Nahverkehrsprojekten in Niedersachsen, die Wirtschafts- und Verkehrsminister Olaf Lies (SPD) als förderungswürdig einstuft. Damit kann die Stadt Osnabrück beim Bau auf eine 75-prozentige Förderung durch das Land hoffen. Für den Bahnhalt sind drei Varianten im Gespräch. Kostenberechnungen von 2011 schwanken zwischen 3 und 11,5 Millionen Euro. Bis zur Inbetriebnahme einer Station Rosenplatz werden laut Planos aber wohl noch zehn Jahre vergehen.

Im OS-Bahn-Konzept 2025 spielt der neue Haltepunkt bereits eine tragende Rolle und soll mit einer komfortablen Ausstattung dem Bahnhof Altstadt (Hasetor) ähneln. Fragenzeichen stehen derweil hinter weiteren geplanten Bahnsteigen in Malbergen, Eversburg/Büren, Belm und Alfhausen. Sie würden noch auf technische Machbarkeit, geografische Lage und Fahrgastanforderungen geprüft, heißt es.

Zur Station Eversburg/Büren stellte Planos-Fachmann Gerd Stolle jedoch klar: „Osnabrück wünscht den Haltepunkt an der Landwehrstraße.“ Wie eine Analyse des Einzugsbereichs von Mitte September zeige, würden damit auch wichtige Baugebiete wie Landwehrviertel und Eversburger Friedhof erfasst, außerdem die neue Siedlung an der Luise-Lütkehoff-Straße.

Tecklenburger Nordbahn trifft Haller Willem

Grundsätzlich verfolgt das OS-Bahn-Konzept 2025 das Ziel, den Nahverkehr in Stadt und Landkreis Osnabrück deutlich zu verbessern und kundenfreundlicher zu gestalten – etwa durch ausgebaute Bus-Schienen-Verknüpfungen. Kernstück sind aber zusätzliche Zugfahrten. Sie sollen rund um das Oberzentrum einen Halbstundentakt gewährleisten. So zum Beispiel auf der Strecke der RB 75, besser bekannt als Haller Willem (Osnabrück – Bielefeld). Bislang gibt es Verbindungen alle 30 Minuten nur auf dem nordrhein-westfälischen Abschnitt.

Fahrgast-Initiativen kämpfen zwar schon lange für die Ausweitung. Möglicherweise kann aber auch eine Reaktivierung der Tecklenburger Nordbahn bei der Taktverdichtung helfen: In der Planos-Zukunftsskizze bildet diese zusammen mit der RB 75 bereits eine Linie, die von Recke im Kreis Steinfurt bis Dissen/Bad Rothenfelde und darüber hinaus reicht.

Alle halbe Stunde nach Melle, Bramsche und Bohmte

Weiterhin beinhaltet das Konzept einen 30-Minuten-Takt zwischen Osnabrück und Melle sowie zwischen Osnabrück und Bramsche. Von einem Lückenschluss auf der Weserbahn-Strecke (RB 77) zwischen Bünde und Osnabrück ist dabei die Rede, außerdem von der Einbeziehung der Regionalexpress-Linie RE 18 (Wilhelmshaven – Oldenburg – Osnabrück). (Weiterlesen: Mit dem RE 60 neunmal täglich von Osnabrück nach Braunschweig)

Neu auch: ein zusätzlicher Zug zwischen Osnabrück Hauptbahnhof und Bohmte (Richtung Bremen). Dafür sieht das OS-Bahn-Konzept 2025 eine Verlängerung der Regionalbahn-Linie RB 66 vor. Als Teutobahn verbindet diese zurzeit Osnabrück und Münster. Alternativ scheint eine Ausweitung der Haller-Willem-Strecke denkbar.