Spenden überreicht 48000 Euro für Osnabrücker Wir-Quartier

Von Silke Bicker

Mit 48000 Euro die Arbeit der Lebenshilfe im Wir-Quartier unterstützt: (von links) Hendrik de Jong (Lebenshilfe), Franz Haverkamp (Lebenshilfe), Thomas Schmidt-Benkowitz (Lebenshilfe), Birgit Bornemann (Studentenwerk), Heiner Böckmann (HHO), Antonius Fahnemann (Förderstiftung HHO), Nancy Plaßmann (Sparkasse), Fritz Brickwedde (Stiftung Osnabrücker Club) und Franz-Josef Hillebrandt (Bohnenkamp-Stiftung). Foto: Michael GründelMit 48000 Euro die Arbeit der Lebenshilfe im Wir-Quartier unterstützt: (von links) Hendrik de Jong (Lebenshilfe), Franz Haverkamp (Lebenshilfe), Thomas Schmidt-Benkowitz (Lebenshilfe), Birgit Bornemann (Studentenwerk), Heiner Böckmann (HHO), Antonius Fahnemann (Förderstiftung HHO), Nancy Plaßmann (Sparkasse), Fritz Brickwedde (Stiftung Osnabrücker Club) und Franz-Josef Hillebrandt (Bohnenkamp-Stiftung). Foto: Michael Gründel

Osnabrück. Insgesamt 48000 Euro stellen drei Stiftungen und der Osnabrücker Club dem Projekt Wir-Quartier in Osnabrück zur Verfügung. Hier leben Studenten und Behinderte zusammen.

Das Haus sieht wie die anderen Neubauten in der neuen Wohnstraße in der Weststadt aus. Es trägt kein Schild, an dem Vorbeikommende erahnen könnten, was sich darin verbirgt. Drinnen teilen sich 28 Studenten das Wir-Quartier zusammen mit 18 Behinderten in 46 einzelnen Apartments. Die Organisatoren und Stifter dachten anfangs, es würden sich nur Studierende pädagogischer Fachrichtungen für dieses Haus melden. Weit gefehlt: Die jungen Leute sind fachlich bunt gemischt unterwegs, sogar jemand aus dem Gebiet der Luft- und Raumfahrt sei dabei. „Dieser bekommt natürlich einen guten Blick für die Bedürfnisse behinderter Menschen, der ihm auch später im Beruf nutzen wird,“ sagte Nancy Plaßmann von der Sparkassenstiftung mit.

Die Sparkassen-Stiftung unterstützt das Projekt mit 9000 Euro, die Förderstiftung der Heilpädagogischen Hilfe mit 24000 Euro und die Friedel und Gisela Bohnenkamp-Stiftung mit 10000 Euro. Der Osnabrücker Club überwies eine Spende von 5000 Euro. Spender und Förderer trafen sich jetzt im Wir-Quartier, um das Geld symbolisch zu übergeben und die Bewohner kennen zu lernen.

Die Lebenshilfe Osnabrück begleitet das Projekt. Sie unterhält ein Büro im Erdgeschoss, wo sich die Bewohner schlau machen oder Hilfe holen können, wenn mal etwas nicht so ganz klappt. Es gebe zwei Bedingungen Aufnahme im Wir-Quartier zu finden: „Man muss Student oder behindert sein,“ sagte Heiner Böckmann von der Heilpädagogischen Hilfe. 4,2 Millionen Euro hat das Projekt einschließlich Grunderwerb gekostet. Auf dem ehemaligen Busdepot ist ein langgestrecktes Gebäude im Passivhausstandard entstanden. 280 Euro kostet ein 28-qm-Apartment für die Studierenden. Im Mietvertrag ist festgelegt, dass sie zu vereinbarten Zeiten als Ansprechpartner zur Verfügung stehen.

Ohne das Miteinander von Stiftungen und ideellen Unterstützern sei dieses Projekt nicht möglich gewesen, führte Böckmann weiter aus. Fritz Brickwedde vom Osnabrücker Club ergänzte: „Voraussetzung dafür ist ein funktionierendes Netzwerk bürgerschaftlichen Engagements, das in Osnabrück vorhanden ist. Mehr Wir- als Ich-Quartiere brauchen wir.“ Allerdings sei ein Projekt wie das Wir-Quartier nur möglich, wenn es genügend festangestellte Mitarbeiter gebe. Ausschließlich mit Ehrenamtlichen sei so ein inklusives Projekt nicht zu stemmen.

Seit September lebt das Wir-Quartier. Wie gut der Start gelungen ist, zeigt die Äußerung eines Vaters, dessen behinderte Tochter in dem Haus wohnt: „Wenn man dieses Haus betritt, überkommt einen eine Welle von Glück.“