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Verkehr nur „ausreichend“ IHK-Umfrage: Mehrheit für Öffnung des Osnabrücker Neumarkts


yjs/hin Osnabrück. Schlechtes Zeugnis für den Osnabrücker Verkehr: In einer Umfrage der Industrie- und Handelskammer (IHK) kommt er nicht über ein „Ausreichend“ hinaus. Und eine Mehrheit stimmte in der Umfrage für die Öffnung des Neumarktes.

Mehr als 500 Personen nahmen an der Umfrage teil. Sie gaben dem Verkehr im Bereich der Innenstadt die Durchschnittsnote 3,9. „Mit der Note ‚ausreichend‘ für die innerstädtische Verkehrssituation kann sich das Oberzentrum Osnabrück nicht zufriedengeben“, wird Marco Graf, Hauptgeschäftsführer der IHK Osnabrück – Emsland – Grafschaft Bentheim, in einer IHK-Mitteilung zitiert. Der Wettbewerb mit anderen Oberzentren, mit der grünen Wiese sowie mit Factory-Outlets im Umfeld und dem Online-Handel im Netz erforderten eine bessere Qualität bei der An- und Abreise der Kunden.

55 Prozent gegen Neumarktsperrung

55 Prozent der Befragten sprachen sich laut IHK für die Öffnung des Neumarkts für den Individualverkehr aus. 28 Prozent waren dagegen, und 16 Prozent hatten dazu keine Meinung. „Eine baustellenbedingte Sperrung ohne Baustelle macht keinen Sinn und ist den staugeplagten Autofahrern nicht zu vermitteln“, wird Graf zitiert. Osnabrück brauche im Jahr der Kommunalwahl eine breite Debatte über die Verkehrssituation in Osnabrück. Die Ratsentscheidung für einen zweistreifigen Neumarkt gelte weiterhin.

Die IHK führte die Umfrage donnerstags bis samstags in der zweiten und dritten Adventswoche im Umfeld der Parkhäuser durch. Zwei Drittel der Befragten leben außerhalb der Stadt.

„Ausreichend“ auch für den Wall

Mit der Note „ausreichend“ endete auch eine Studie, die ein Essener Ingenieurbüro in diesem Jahr im Auftrag der Stadt zum Verkehr auf dem Wallring durchgeführt hatte. Nach 70 Testfahrten zu verschiedenen Tageszeiten kamen die Experten zu dem Ergebnis, dass die Verkehrsqualität im Vergleich zu 2010 (nach einer ähnlichen Studie) schlechter geworden ist, aber in wesentlichen Kategorien immer noch „ausreichend“ ist. Nur im abendlichen Berufsverkehr sinkt die Verkehrsqualität auf die Note fünf ab.

Verkehrsingenieur Jörg Herold, der diese Studie betreute, sagte bei der Präsentation der Ergebnisse im Oktober, er sehe keinen dringenden Handlungsbedarf. Der Gesetzgeber gebe die Note vier als „angestrebte Qualitätsstufe“ vor. Denn es wäre aus wirtschaftlichen Gründen nicht sinnvoll, groß dimensionierte Straßen und Knotenpunkte zu bauen, die selbst zu Spitzenzeiten eine optimale Verkehrsqualität garantierten.

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