Weihnachtskrippe Flüchtlingsthema bestimmt Weihnachtskrippe



Osnabrück. Die aktuelle Flüchtlingsbewegung hat man in der katholischen Christus König-Gemeinde mit der diesjährigen Krippe in der Kirche verknüpft. Bei der Gestaltung halfen auch syrische Flüchtlinge mit.

Der Aufbau der Weihnachtskrippe lag in diesem Jahr in den Händen der Kolping-Jugend Haste/Dodesheide. „Da 2015 von der Flüchtlingsthematik bestimmt war, wollten wir das mit der Krippe verbinden“, sagte Franziska Frische vom Jung-Kolping. Man lebe hier so sicher und gut, dass man jene Menschen aufnehmen wolle, die in diesem Jahr aus ihrer Heimat fliehen mussten.

Mehr noch: In die Überlegungen, wie das konkret gelingen könnte, lud man drei syrische Flüchtlinge ein, mit denen die Gemeinde im Kontakt steht. „Sie haben nicht nur beim Aufbau, sondern auch bei der Auswahl der Bilder geholfen“, schilderte Theresa Schniegels, ebenfalls Mitglieder der Kolping-Jugend. In das Krippengeschehen platzierten die Jugendlichen nämlich Fotos, die Menschen auf der Flucht in Syrien, der Türkei und Griechenland zeigen. „Durch die Bilder soll deutlich werden, dass wir diese Menschen an Weihnachten nicht vergessen wollen“, so Franziska Frische.

In der Landschaft einer typischen Krippenszenerie sind ein Koffer und Rucksack zu finden. „Wir wollten auch auf Parallelen zwischen heute und dem aufzeigen, was die Heilige Familie vor 2000 Jahren erlebte, als sie eine Unterkunft suchte“, sagte Frische.

Ein weiteres zentrales Element der aktuellen Flüchtlingsthematik ist ebenfalls zu sehen: ein geöffneter Grenzzaun. Er soll den Menschen, den Weg zur Krippe freigeben, haben sich die Jugendlichen überlegt.

In der Gemeinde hat die seit dem vierten Advent stehende Krippe positive Reaktionen ausgelöst. Lob dafür gibt es auch von Pfarrer Bernhard Stecker. „Die Krippe mit dem Thema Flucht zu verknüpfen passt sehr gut, weil beim Geschehen im Stall, außer dem Ochsen, ebenfalls alle Menschen Fremde sind.“

Für gelungen hält der Theologe Stecker auch die Verbindung des niedergerissenen Grenzzaunes mit dem Krippengeschehen. „Schließlich sorgt ja das Kind in der Krippe dafür, dass es keine Hindernisse mehr gibt.“


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