Essen und Geschenke 350 Menschen an Heiligabend in der Osnabrücker Wärmestube

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lin Osnabrück. Bei der Weihnachtsfeier am Heiligen Abend in der Wärmestube in Osnabrück war diesmal ein, so Bischof Franz-Josef Bode, ganz besonderes Christkind dabei – nämlich Hirja, deren sechster Geburtstag genau auf den 24. Dezember fiel. Als Bischof Franz-Josef Bode davon hörte, wies er zum Schluss seiner Ansprache auf das Mädchen hin und gratulierte ihr. Dann wurde sogar noch im Chor „Happy Birthday“ für sie gesungen.

Bei der Weihnachtsfeier, die seit 1981 jedes Jahr am Heiligen Abend in der Hilfsstelle organisiert wird, herrschte erneut großer Andrang. Es waren rund 350 Menschen dabei, darunter 60 Kinder. Den Auftakt bildete wieder eine Messe mit einer Predigt von Generalvikar Theo Paul, die an einer Krippe auf dem Vorplatz der Wärmestube unter freiem Himmel abgehalten wurde.

Danach gab es die Bescherung, bei der Tüten mit kleinen Geschenken aus einer Garage auf dem Vorplatz verteilt wurden. Zum Inhalt haben erneut Schulen und weitere Spender beigetragen. „Dadurch konnten wir wieder Tüten für Erwachsene und Kinder vorbereiten – für die Kleinen waren sie jeweils mit einem Spielzeug oder Schreibzeug für die Schule und für Erwachsene mit etwas Nützlichem wie Hygieneartikeln versehen“, erklärte Diakon Jochen Meyer, der Leiter der Wärmestube.

Bischof singt mit den Gästen

Nach der Bescherung waren die Gäste in den großen Speisesaal der Hilfsstelle eingeladen. Dort stieß wieder Bischof Franz-Josef Bode dazu, der Weihnachtslieder mit den Gästen sang und in seiner kurzen Ansprache auf einen besonderen Foto-Gruß mit einer Einladung von der Wärmestube zu sprechen kam, den er dieses Jahr bei einem Besuch in Rom dem Papst überreicht hatte. Der Bischof hielt es zwar für sehr unwahrscheinlich, schloss es aber nicht ganz aus, dass die Einladung angenommen werden könnte – und im Namen von Papst Franziskus übermittelte er die besten Wünsche.

Bode war zum 20. Mal bei der Feier in der Hilfsstelle dabei. Er besucht am Heiligen Abend tagsüber zunächst Kranke und beteiligt sich dann an den Weihnachtsfeiern in der Wärmestube und anschließend im Larentiushaus, einer weiteren Einrichtung für Wohnungslose. Es sei ihm wichtig, Weihnachten so zu verbringen, sagte Bode im Gespräch. In den 21 Jahren, die er Bischof in Osnabrück sei, habe es nur einmal Weihnachten nicht in die Wärmestube geschafft, weil er da nicht in der Stadt gewesen sei.

Gedichte und Weihnachtsgeschichte

Bei der Weihnachtsfeier las außerdem Claudia Pohl ein Gedicht vor und Schwester Mirja, eine der vier Franziskanerinnen, die ständig in der Wärmestube arbeiten, trug eine Weihnachtsgeschichte vor. Nachdem alle „Oh, du fröhliche“ gesungen hatten, wurde das Weihnachtsmenü serviert - Hähnchenschnitzel und Kartoffelsalat. „Wir haben uns vor einigen Jahren auf Geflügel für alle eingerichtet, weil auch Muslime unter den Gästen sind“, erklärte Meyer.

120 Kilo Kartoffelsalat

Mit den Vorbereitungen wurde nach seinen Angaben bereits am Vortag begonnen. „Da haben die Schwestern und einige unserer ständigen ehrenamtlichen Helfer den Kartoffelsalat vorbereitet, insgesamt etwa 120 Kilo“, berichtete er. „Am Weihnachtstag waren wieder etwa 50 Helfer bei uns im Einsatz. Mich freut sehr, dass viele junge Leute darunter waren. Ohne die Helfer könnten wir die Weihnachtsfeier jedenfalls niemals schaffen“, betonte er.

Es war wieder viel Arbeit, die sich die Helfer am Weihnachtstag gemacht hatten: 400 Schnitzel braten, Kartoffelsalat in Schalen portionieren, Tische eindecken, das Essen auftragen, Getränke servieren, Nachschlag-Wünsche erfüllen und hinterher abräumen, spülen und aufräumen. Mechthild Herkenhoff beteiligt sich seit 17 Jahren am Heiligen Abend in der Wärmestube: „Ich finde es schön, dazu beizutragen, den Menschen eine Freude zu bereiten, die am Heiligen Abend hierher kommen. Wenn ich sehe, dass sich die Kinder freuen, und die Erwachsenen natürlich auch, ist für mich Weihnachten.“


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