Analyse zu Weihnachten Stromverbrauch verrät Rituale an Weihnachten in Osnabrück

Von Holger Jansing

Für den traditionellen Gänsebraten wird zu Weihnachten viel Strom verbraucht. Foto: dpaFür den traditionellen Gänsebraten wird zu Weihnachten viel Strom verbraucht. Foto: dpa

Osnabrück. Wann ist in Osnabrück Bescherung? Wann gehen die meisten Menschen in den Gottesdienst? Der Stromverbrauch gibt Aufschluss darüber, welchen Rituale an Weihnachten nachgegangen wird.

Zwischen Bratenspitze und Bescherungstal: Die Stadtwerke Osnabrück haben auf ihrer Internetseite einen launigen Artikel zur sogenannten Lastkurve an den Feiertagen veröffentlicht. Das Ergebnis: Die Höhe des Stromverbrauchs ist Spiegel weihnachtlicher Rituale.

Die Analyse funktioniert deshalb so gut, weil über Weihnachten das öffentliche Leben weitgehend ruht und auch Gewerbe- und Industriebetriebe nur sehr eingeschränkt arbeiten. Strom wird daher vom 24. bis 26. Dezember überwiegend in Privathaushalten verbraucht, und zwar zu den festtagsrelevanten Zeiten in ganz unterschiedlichen Mengen.

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„Die Stromverbrauchswerte verraten, wann in Osnabrück gekocht, geruht und beschenkt wird“, schreiben die Stadtwerke. So steige an den Feiertagen die Lastkurve später als üblich, da die Menschen etwas länger schlafen. Dies ändert sich jedoch am späten Vormittag, wenn die Auslastung des Stromnetzes stark ansteigt: „Da wird das Weihnachtsessen vorbereitet“, so die Annahme von Mathias von der Heide, Netzfachmann des Versorgungsunternehmens.

Heiligabend bleibt der Fernseher aus

Interessant ist auch folgende Beobachtung: Heiligabend sinkt der Verbrauch gegen 16 Uhr signifikant. Offenbar besuchen dann viele Osnabrücker einen Weihnachtsgottesdienst. Nach einem Anstieg „zum Abendessen“, wie von der Heide vermutet, bricht die Auslastung nach 20 Uhr förmlich ein. Dies deute darauf hin, dass die Familien zur Bescherung und danach bei Kerzenschein zusammen sitzen, ohne fernzusehen.

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Auch andernorts haben Stromlieferanten ähnliche Erfahrungen gemacht. So berichten süddeutsche Medien beispielsweise von einer ausgeprägten „Bratenspitze“ am Vormittag des ersten Weihnachtsfeiertages.