Ballettschule Escaño „Der Nussknacker“ als Schülerballett im Theater Osnabrück

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Mäusearmee kämpft mit Zinnsoldaten: Szene aus dem „Nussknacker“ der Ballettschule  Escaño im Theater.Thomas OsterfeldMäusearmee kämpft mit Zinnsoldaten: Szene aus dem „Nussknacker“ der Ballettschule Escaño im Theater.Thomas Osterfeld

Osnabrück. Die Ballettschule Escaño präsentierte am vierten Advent Tschaikowskis berühmtes Ballett „Der Nussknacker“, getanzt von Jung und Alt für die ganze Familie.

„Der Nussknacker“, geschrieben von E. T. A. Hoffmann, seinerzeit vertont von Pjotr Iljitsch Tschaikowski , ist eines der berühmtesten Ballette, das vorwiegend zur Weihnachtszeit aufgeführt wird. Grund genug für die Osnabrücker Ballettlehrerin Bettina Escaño , gemeinsam mit ihren Schülerinnen und Schülern, ob Kinder, Jugendliche oder junge Erwachsene, ihrem Lehrerkollegen Charles Watkins, der Stipendiatin Olivia Papoli-Barawati und einigen älteren Tänzerinnen und Tänzern das Stück am vierten Advent im Theater Osnabrück aufzuführen.

Geschichte der jungen Klara

Das Ballett erzählt die Geschichte der jungen Klara (Emilia Fietz), die von ihrem Onkel Drosselmeier (Charles Watkins) zu Weihnachten einen Nussknacker geschenkt bekommt. Nachts im Traum erwacht der Nussknacker (Jana Kruse) zum Leben und Klara wohnt einem Kampf zwischen dessen Zinnsoldaten gegen die Armee des Mäusekönigs (Elisabeth Werner) bei, in dem sie die entscheidende Rolle spielt, als sie den Mäusekönig ablenkt und dem Nussknacker die Gelegenheit gibt, ihn niederzustrecken. Zum Dank nimmt er Klara mit auf eine Reise ins Reich der Süßigkeiten, in dem die Zuckerfee (Olivia Papoli-Barawati) ein Fest zu ihren Ehren veranstaltet. Als Klara wieder aufwacht, findet sie ein Artefakt aus der Traumwelt und stellt fest: sie war wirklich dort!

Beeindruckende Tanzleistungen

Die Ballettschule Escaño unterteilt den „Nussknacker“ in zwei Akte. Wo sich im ersten Akt noch auf die (wortlose) Handlung konzentriert und Klaras Reise in die Welt des Nussknackers gezeigt wird, bietet der zweite reichlich Gelegenheit zum choreografierten Tanz ohne den Zwang zur Geschichtenerzählung. In jener zweiten Hälfte, in der der Nussknacker und Klara im Reich der Süßigkeiten dem Fest der Zuckerfee beiwohnen, dürfen die Schüler von Frau Escaño nämlich zeigen, was in ihnen steckt: akrobatische Gruppentänze und Soli, von den Kindern und bereits erfahreneren Tänzern, die bei jeder Landung auf den ausgestreckten Zehenspitzen staunen lassen, wozu die jungen Schülerinnen und Schüler bereits fähig sind. Zwar sitzt hier nicht jeder Handgriff hundertprozentig, aber man hat es ja immer noch mit Lernenden und nicht mit vollausgebildeten Profis zu tun – und was diese bereits aufs Parkett legen, ist beeindruckend.

Ob klassische Schritte, Radschläge oder diverse Körperdehnungen, Lernerfolg scheint bei Escaño vorprogrammiert. So macht es Spaß, dem Tanz der Schneeflocken beizuwohnen, dem Kampf zwischen den kleinen Zinnsoldaten und Mäusen oder den exotischen Tänzen im Reich der Süßigkeiten. All dies wird vor einem minimalistischen, geschmackvollen Bühnenbild präsentiert, das die kunterbunte und wortwörtlich zuckersüße Geschichte nie in grellen Kitsch abdriften lässt.

Weihnachtliche Stimmung

Tschaikowskis Kompositionen für den „Nussknacker“ sind längst Teil der Popkultur geworden: Suiten wie der „Tanz der Zuckerfee“, der „Tanz der Rohrflöten“ oder der „Blumenwalzer“ laufen in vielen Weihnachtsfilmen und Werbungen rund um die Weihnachtszeit und tragen immer ein Gefühl des Nach-Hause-Kommens in sich. In entsprechender Weihnachtsstimmung ist man am Ende des Stücks, die nur noch ergänzt werden könnte, wenn nach der zweistündigen Inszenierung bei Verlassen des Theaters dicke Schneeflocken über den Osnabrücker Weihnachtsmarkt gefallen wären. Doch der tosende Applaus des Publikums und der stolzen Eltern und Familien der Tänzerinnen und Tänzer rundet die Weihnachtsmagie bereits ab und entlässt den Zuschauer in bester Stimmung für die kommenden Feiertage.


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