Auf der „Avenue Q“ tanzen die Puppen Erfolgreiches Musical-Gastspiel mit IfM-Absolventen in Osnabrück


Osnabrück. Stehende Ovationen hat das Musical „Avenue Q“ im Theater am Domhof bekommen. In dem Gastspiel des Theaters Hagen spielen Absolventen des Instituts für Musik (IfM) mit. Regie in dem Puppen-Musical führte IfM-Leiter Sascha Wienhausen.

Dieses Musical lässt die Puppen tanzen. Denn nur wenige Bewohner der fiktiven New Yorker Avenue Q sind menschlich. Der größere Teil besteht aus Handpuppen, die von Musicaldarstellern bewegt, gesprochen und natürlich gesungen werden. 

Die Wünsche und Probleme der Puppen sind äußerst menschlich. Sie lieben und hassen sich, machen Pläne und brauchen Geld. Da ist etwa Princeton, der gerade seinen Collegeabschluss gemacht hat und nun nach seiner Bestimmung im Leben sucht. Die hat Kate Monster schon gefunden. Sie will eine Schule für Monster gründen, um ihrer benachteiligten Spezies bessere Zukunftschancen zu schaffen.

Frech und lebensfroh

Das klingt sehr ernst, kommt aber mit viel Leichtigkeit und Frechheit daher. Die lebensfrohe und quirlige Inszenierung von IfM-Leiter Sascha Wienhausen feiert am Theater Hagen derzeit großen Erfolg. Die dortige Premiere sei nur zu etwa 90 Prozent ausgelastet gewesen, sagte Wienhausen vor ein paar Tagen im Gespräch mit unserer Zeitung. Danach waren sämtliche Vorstellungen ausverkauft. 

Auch das erste Gastspiel im Theater am Domhof kam sehr gut an. Mit Standing Ovations wurden die Darsteller gefeiert, die durchweg überzeugen konnten. Darunter sind auch frisch gebackene Absolventen des IfM. Princeton etwa wird von Nicolai Schwab gesungen und gespielt. Der 22-Jährige hat erst vor wenigen Tagen einen Förderpreis beim Bundeswettbewerb Gesang gewonnen und beweist mit seinem Auftritt und seiner facettenreichen Stimme, wie berechtigt das war. Auch Carolina Walker gehört zu den IfM-Absolventen und begeistert hier als Kate Monster mit ihrer glasklaren, wunderschönen Stimme.

„Sesamstraße“ für Erwachsene

Die Puppen erinnern nicht zufällig an die „Sesamstraße“. Denn ursprünglich wurden die Puppen für ein Pendant der Kindersendung erschaffen, das sich an Erwachsene richten sollten. Das ist auch noch der Musicalversion mit Songs Robert Lopez und Jeff Marx anzumerken, wenn etwa Erklärvideos zu sehen sind. Eher an die „Muppet Show“ erinnert der Stargast, den jeder Regisseur selbst wählt. Wienhausen hat sich für Agnetha Fältskog von ABBA entschieden, dargestellt von Marilyn Bennett, die hier eine neue Aufgabe als „Facility Managerin“ gefunden hat.

Auch Ernie und Bert kommen vor

Das ist angenehm respektlos, so wie „Avenue Q“ überhaupt. Themen wie Sex, Rassismus und Obdachlosigkeit werden mit dem nötigen Ernst, aber gleichzeitig auch lustig behandelt. Kate Monster und Princeton haben - sehr ungewöhnlich für das sonst eher keusche Musical - eine Bettszene. Und auch die Frage, ob Ernie und Bert schwul sind, wird geklärt. Hier treten sie in Form des steifen Anlagenberaters Rod und Mitbewohner Nick auf.

„Avenue Q“ beweist, dass ein Puppen-Musical funktionieren kann. Die Hagener Inszenierung hat sogar eine kleine Welle im deutschsprachigen Raum ausgelöst. Mehrere Bühnen ziehen in der nächsten Spielzeit nach und holen es in ihren Spielplan.


Ein weiteres Gastspiel von „Avenue Q“ im Theater am Domhof ist am Samstag, 2. Januar, um 19.30 Uhr zu sehen. Kartentel.: 0541/7600076.

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