Künstler formulieren Offenen Brief Protest gegen Schließung der Stadtgalerie Osnabrück

 Das Stadtgalerie Café in Osnabrück steht vor der Schließung. Foto: Jörn Martens Das Stadtgalerie Café in Osnabrück steht vor der Schließung. Foto: Jörn Martens

Osnabrück. Osnabrücker Künstler protestieren mit einem Offenen Brief gegen die Kürzung des Budgets der Stadtgalerie Osnabrück.

In dem von der Kuratorin Elisabeth Lumme versandten Brief ist von einem „Schlag ins Gesicht der freien Kunstszene“ die Rede. Mit der Kürzung des Budgets werde „Frustration und Abwandern engagierter Kräfte“ in Kauf genommen. Mit dem Protest beziehen sich Osnabrücker Künstlerinnen und Künstler auf den Beschluss des Osnabrücker Stadtrates, das Budget der Stadtgalerie ab 2017 um 20000 Euro zu kürzen.

Der Protestbrief liegt ab Samstag, 19. Dezember 2015, 12 Uhr in den temporären Ausstellungsräumen Hasestr. 29/30 zur Unterschrift aus. Am Dienstag, 22. Dezember 2015, soll er nach einer Mitteilung von Elisabeth Lumme an die Ratsfraktionen übergeben werden.

Als „dramatisch“ bezeichnete Patricia Mersinger, Leiterin des Fachbereiches Kultur der Stadt Osnabrück, die Lage rund um die Stadtgalerie, die wohl kaum fortgeführt werden könne. Die Stadt werde den Mietvertrag für die Räume in der Großen Gildewart zum 31. Dezember 2015 kündigen. Die Summe von 20000 Euro enthalte 6000 Euro für die Miete und 14000 Euro für den Ausstellungsetat. Am Montag, 21. Dezember 2015, soll nach den Worten Mersingers ein Gespräch mit der Heilpädagogischen Hilfe Osnabrück geführt werden, die das Café in der Stadtgalerie derzeit betreibt. Ob die Heilpädagogische Hilfe die Mietkosten für die Stadtgalerie ganz übernehmen könne, sei allerdings fraglich, so Mersinger.

im neuen Jahr soll nach den Worten Mersingers überlegt werden, welche alternativen Modelle es geben könne. Die Chancen für eine Fortführung der Stadtgalerie stehen allerdings schlecht. Offenbar steht nur noch ein kleiner Teil des bisherigen Ausstellungsetats zur Verfügung. Auch im Hinblick auf die von Künstlern betriebenen Ausstellungsorte an der Hasestraße verwies Mersinger auf die Mittel zur Projektförderung ihres Fachbereiches. „Das erlaubt natürlich keine Verstetigung“, sagte Mersinger im Hinblick auf den Ausstellungsbetrieb vor Ort. 

In dem Offenen Brief der Kunstszene wird die Budgetkürzung als „trauriger Höhepunkt der Nichtbeachtung“ bezeichnet. Die Budgetkürzung der Stadtgalerie ist übrigens nicht der einzige Verlust, den die Osnabücker Kunstszene hinzunehmen hat. Auch der Museums- und Kunstverein hat seinen städtischen Zuschuss in Höhe von jährlich rund 5000 Euro verloren.


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