Elternbrief für Stehpinkler Osnabrück: Es riecht auf dem Schülerklo

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Osnabrück. Der Unterschied zwischen Mädchen und Jungen ist riechbar – zumindest auf der Schultoilette in der Waldschule in Lüstringen. Bei den jungen Herren ist die Luft deutlich herber. Davon konnten sich Elternvertreter, städtische Mitarbeiter und der SPD-Fraktionsvorsitzende im Rat, Frank Henning, beim Ortstermin überzeugen.

Eingeladen hatte der Elternrat der Schule, um auf den Zustand der Gemeinschaftstoiletten hinzuweisen und um Abhilfe zu bitten. Neue Toiletten wird es zwar nicht geben, aber eine Versiegelung des Bodens soll für eine deutliche olfaktorische Verbesserung sorgen. Denn, so die einhellige Meinung am Ende der Begehung der stillen Örtchen: Es riecht zumindest bei den Jungen deutlich nach Urin.

Die simple Ursache war schnell gefunden: Da sich auch schon die Knirpse als Stehpinkler üben ohne bereits über die nur in jahrelangem Training anzueignende Trefferquote zu verfügen, geht doch so mancher Liter der Körperflüssigkeit an den Auffangbehältnissen vorbei. Das tut den Fliesen zwar keinen Abbruch, strapaziert aber die Fugen. Mit anderen Worten: Der aggressive Urin ätzt sich in die grauen Rillen, setzt sich dort fest und sorgt im Laufe der Jahre für eine permanente Geruchsabgabe, die auch durch Reinigen nicht mehr aus der Welt zu schaffen ist. Bei den Damen der Schöpfung ist die Geruchsbelästigung zwar nicht so stark, ganz verleugnen lässt sie sich aber auch hier nicht.

Einberufen hatte die Versammlung Elternratsvorsitzender Markus Weisbrich. „Manche Kinder mögen hier während der Schulzeit nicht mehr auf die Toilette gehen“, eröffnete er die Runde. Zum Teil gehe es sogar so weit, dass die Schüler keine Getränke mehr zu sich nähmen, um den Toilettengang zu vermeiden. Schulleiterin Martina Deakin benannte das Toilettenproblem als einen „ungeliebten Dauerbrenner“ an vielen Schulen. Die Toiletten der Waldschule datieren aus den 60er Jahren. Zwar wurden Schüsseln, Urinale, Waschbecken und auch die Wände immer mal wieder renoviert, der Fußboden aber kommt in großen Teilen noch als Original daher.

Der Fachdienstleiter technische Betriebe, Rudolf Günther, kennt das Thema. Der Vertreter der Stadt versprach Abhilfe. „Wir arbeiten mit einem Spezialunternehmen zusammen“, brachte er eine mögliche Fugenversiegelung ins Spiel. In der Grundschule Wüste habe man damit schon gute Erfahrung gemacht.

Weisbrich erkannte auf ein Doppelproblem, dem eine Doppellösung folgen muss: Der Termin habe zu Tage gefördert, dass es sich um bauliche Mängel auf der einen und Verhaltensmängel auf der anderen Seite handele. Die Schüler müssten folgerichtig auf den richtigen Umgang mit den Toiletten hingewiesen werden. Das Fazit von Henning lautete denn auch so: „Wir machen also zwei Dinge: Die Stadt versiegelt die Fugen und die Schule schreibt einen Elternbrief, in dem die Eltern aufgefordert werden, auf ihre Kinder einzuwirken, die Toiletten vernünftig zu benutzen.“


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