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Provokante Aktion Osnabrück: Grüne Jugend messerschwingend auf der Großen Straße

Von Horst Troiza


Osnabrück. Auf die Folgen eines übersteigerten Fleischkonsums machten Angehörige der Grünen Jugend am Samstag in der Großen Straße aufmerksam. Mit teils drastischen Szenen warben sie für einen fleischfreien Tag in der Woche.

Nicht wenige Passanten schauten am Vormittag etwas verdattert drein, als die Jugendlichen ihre Interpretation der Folgen der Massentierhaltung darstellten. Ein mit blutiger Schürze ausgestatteter „Schlachter“ verfolgte messerschwingend zwei als Schwein und Rind verkleidete Mitspieler und machte ihnen den Garaus.

Wem sich die Szene nicht sogleich erschloss, dem halfen andere Jung-Grüne auf die Sprünge. „Heute fleischfrei!“, forderten sie und machten auf die Folgen eines ungezügelten Fleischkonsums aufmerksam. „Wie wäre es? Tun Sie was Gutes für Umwelt, Mensch und Tier“, sprach Nils Bussmann, Sprecher der Grünen Jugend, Vorübergehende an.

Ein Tag ohne Fleisch auf dem Teller besitze nicht unwesentliche Auswirkungen auf das Zusammenspiel dieser drei Kräfte. Für die Produktion eines Steaks würden fast 4000 Liter Wasser benötigt, was ein unverantwortlicher Umgang mit der heute bereits knappen Ressource sei. Ebenfalls bedenklich ist laut Bussmann die CO2-Bilanz der Fleischproduktion: „Ein Kilo Fleisch in der konventionellen Rindermast verursacht 13 Kilogramm des schädlichen Klimagases“, rechnete er vor. Folgen der Massentierhaltung seien zudem eine Überdüngung der Böden und Gewässerverschmutzung. Nicht vertretbar sei der Rückgang von Anbauflächen für die Versorgung von Menschen zugunsten der Kraftfutter für die Fleischherstellung.

Die Passanten in der Einkaufsstraße reagierten unterschiedlich auf die provokante Aktion. Viele blieben stehen und schauten irritiert auf das drastische Tun des jungen Mannes mit dem Schlachtermesser. Ein junger Mann tat lautstark seine Einstellung zum Thema mit den Worten „Ich liebe Fleisch“ kund. Als sich ihm daraufhin mehrere der Jugendlichen mit Info-Blättern in den Händen näherten, zeigte er aber keine Bereitwilligkeit zum Gespräch und flüchtete sich in ein Geschäft.

Tanja Baier und ihre Tochter Alysha hingegen mussten nicht erst überzeugt werden. „Ich ernähre mich seit Jahren vegetarisch, meine Tochter isst auch kein Fleisch“, verriet sie. Wenn mehr Menschen, zumindest tageweise, auf den Konsum von Fleisch verzichteten, seien sich viele der barbarischen Methoden in der Massentierhaltung vermeidbar, lautete ihre Meinung.


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