Rebellius geht, Nacht bleibt Grolsch Song Night verabschiedet sich vom Gründer

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Musiker Heinz Rebellius gibt die Grolsch Songnacht ab. Foto: Jörn MartensMusiker Heinz Rebellius gibt die Grolsch Songnacht ab. Foto: Jörn Martens

Osnabrück. 2009 startete der Osnabrücker Musiker Heinz Rebellius im damaligen Cafe Mojo eine Veranstaltungsreihe, bei der akustische Musik und Kommunikation in gemütlichem Ambiente angesagt war. Zwei Jahre später zog er wegen des zunehmenden Erfolgs in den Spitzboden der Lagerhalle um. Jetzt verabschiedet Rebellius sich von der Grolsch Song Night. Im Gespräch mit unserer Zeitung erklärt uns der Musikaktivist die Gründe für seinen Entschluss und verrät, wie es mit der Veranstaltung weitergeht.

Heinz Rebellius, verfahren Sie in Bezug auf Ihre Song Night nach dem Motto: Wenn es am schönsten ist, soll man aufhören?

Ein bisschen schon. Aber es hat auch ganz praktische Gründe, warum ich diesen Schlusspunkt setze. Einer ist, dass mich mein Job in der Redaktion der Fachzeitschrift „Gitarre und Bass“ ziemlich fordert.

Aber Sie sind doch auch selbst als Musiker unterwegs?

Richtig. Seit der erfolgreichen Wiederbelebung unserer Band Cliff Barnes And The Fear Of Winning waren wir im Studio, um ein Album aufzunehmen und wir spielen wieder live. Das nimmt ebenfalls viel Zeit in Anspruch. Und die Grolsch Song Night zu organisieren, jedes Mal drei Bands und Künstler zu engagieren, dafür Werbung zu machen und den Abend dann auch zu moderieren, das wurde mir dann doch ein bisschen zu viel.

Tut es dann nicht weh, eine erfolgreiche Konzertreihe in die Hände anderer zu legen?

Natürlich. Aber erstens weiß ich, dass das Projekt auf sicheren Füßen steht und ich es an versierte Nachfolger übergeben kann. Außerdem bin ich grundsätzlich nicht jemand, der gerne Dinge verwaltet, sondern sich lieber Neues ausdenkt. Ich mache die Song Nacht jetzt seit fast sieben Jahren. Nicht dass mich das Format langweilen würde, aber es bietet für mich keine Entwicklungsmöglichkeiten mehr. Ich habe durchaus Ideen für Musikveranstaltungen im Kopf, die für Osnabrück genauso neu sind, wie damals die Songnight. Vielleicht mache ich ja, wenn ich die entsprechenden Partner finde, auch mal wieder was anderes.

Im Grunde haben Sie mit der Songnight ja den Singer/Songwriter-Boom vorausgeahnt.

Es war klar, dass sich die Menschen nach diesem massiven Angebot an Plastikmusik wieder nach handgemachter, emotionaler Musik sehnen würden. Außerdem ist es diese Art von akustischer Musik, in der ich mich selbst zuhause fühle. Daher muss ich sagen, dass es sich um eine sehr willkommene Gegenbewegung handelt, die da entstanden ist. Und sie ist sehr vielfältig. Da gibt es die Liedermacher, die auf alte Schule machen, da gibt es Musiker, die ihren Auftritt durch Kleinkunstelemente zur Performance werden lassen, da gibt es die rockige und die Country-Fraktion und ich hatte auch einige Vertreter als Gast, die sich mit elektronischen Effekten und Loop-Stationen dem Experiment widmeten.

Werden diese verschiedenen Stilistiken denn auch in Zukunft abgebildet?

Das nehme ich stark an. Martina Scholz von der Lagerhalle wird in Zukunft für das Booking der Künstler zuständig sein. Sie hat viel Erfahrung, da sie schon seit Langem Bands und Kabarettisten für die Lagerhalle bucht. Außerdem stehe ich ihr natürlich beratend zur Verfügung, wenn sie eine Frage hat. In der Szene haben wir uns mit unserer Nacht einen guten Namen gemacht. Die Künstler sind ganz begeistert von dem Respekt, der ihrer Musik entgegengebracht wird: Die Zuschauer im Spitzboden hören sehr aufmerksam zu.

Die Wohnzimmeratmosphäre, in der man über dessen Musik hinaus auch etwas vom Künstler erfährt, war Ihnen immer wichtig. Wird es also auch die Moderation und die kleinen Interviews in Zukunft geben?

Ja. Die Lagerhalle hat zwei Musikerinnen dafür gewinnen können, die über ausreichend Moderationserfahrung verfügen: Marie Katzer und Kirsten Schuhmann.

Nun verabschieden Sie sich mit der 43. Grolsch Song Night in der Spezialausgabe zu Weihnachten. Die Idee hatten Sie vor drei Jahren: Regional bekannte Musiker spielen ihre zwei Lieblingssongs.

Das ist ein tolles Format. Da könnte man auch im größeren Rahmen machen. Zum Beispiel: Bruce Springsteen singt seine Lieblingslieder. Daher war die Spezialausgabe auch von Anfang an so erfolgreich, dass wir damit unten in den großen Saal der Lagerhalle gegangen sind. Die Erlöse werden übrigens einem guten Zweck gespendet, in diesem Jahr der Osnabrücker Frauenberatungsstelle. Nach der diesjährigen Spezial-Benefiz-Nacht werde ich dann wohl nur noch als Gast bei der Songnight anzutreffen sein.


Donnerstag, 17. Dezember, 20 Uhr, Lagerhalle: 43. Grolsch Song Night – Spezial mit Toscho Todorovic, Kirsten Schuhmann, Martin Behrens, Sigrid Rebellius, Adriane Siegel, Björn Amadeus Klahr, Natalia Vanishvili und Björn Tillmann. Gastgeber: Heinz Rebellius

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