Fall fürs Landgericht Osnabrück Mit Plastikschwert Auge verletzt: Rollenspieler klagt

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Mittelalterliches Rollenspiel in Gehrde: Bei einem Schaukampf mit Plastikschwertern war es zu einer Augenverletzung gekommen, um die es jetzt vor dem Landgericht geht. Foto: Archiv/Bernd GroneickMittelalterliches Rollenspiel in Gehrde: Bei einem Schaukampf mit Plastikschwertern war es zu einer Augenverletzung gekommen, um die es jetzt vor dem Landgericht geht. Foto: Archiv/Bernd Groneick

Osnabrück. Weil er bei einem Rollenspiel mit Plastikschwertern eine schwerwiegende Augenverletzung erlitten hat, klagt ein Mann aus Emden vor der 4. Zivilkammer des Landgerichts Osnabrück auf Zahlung von Schadensersatz und Schmerzensgeld. Zu dem Unfall war es am 20. April 2013 in Gehrde gekommen.

Es passierte bei einem Schaukampf auf einem engen Waldweg. Bei diesem mittelalterlichen „Live Action Role Playing“ (Larp) spielte der Beklagte einen „bösartigen“ Plünderer, während der Kläger zu den „guten“ Dorfbewohnern gehörte. Gekämpft wurde mit Schwertern aus Glasfieberstäben, die mit Schaumstoff ummantelt sind.

Ein Hieb mit einer solchen Attrappe ließ aus dem Spiel eine ernste Geschichte werden. Der Kläger wirft seinem Kontrahenten vor, dass er ihm gegen den Kopf geschlagen und ihn zwischen Schläfe und Auge getroffen habe. Durch den Schlag sei es das Auge verletzt worden, und zwar oberhalb der Fovea, dem Bereich des schärfsten Sehens auf der Netzhaut. Überdies sei die Aderhaut gerissen.

Auge dauerhaft geschädigt

Die Folge des Schwerthiebs sei ein Dauerschaden, heißt es in der Klageschrift. Voraussichtlich werde sich die Sehfähigkeit des Klägers nicht wieder herstellen lassen. Deshalb klagt der Rollenspieler aus Emden auf Schmerzensgeld in Höhe von mindestens 40000Euro, Verdienstausfall in Höhe von 2443,51 Euro und auf weitere Ansprüche für Zukunftsschäden.

Der Beklagte, der im Rollenspiel den Plünderer darstellte, weist den Vorwurf zurück. Nach Auskunft von Landgerichts-Sprecherin Nicole Hellmich bestreitet er, dass der Kläger in dem unübersichtlichen Gefecht tatsächlich durch seine Waffe getroffen worden wurde.

Güteverhandlung am Donnerstag

Vorsorglich beruft er sich auf die Regeln für Sportverletzungen. Demnach können Teilnehmer an solchen Veranstaltungen nicht für Schäden haftbar gemacht werden, die bei regelgerechtem Spiel entstehen.

Die Verhandlung vor der 4. Zivilkammer des Landgerichts beginnt am Donnerstag. Nach Auskunft von Gerichtssprecherin Nicole Hellmich wird der Einzelrichter in einer Güteverhandlung zunächst den Sach- und Streitstand beiden Beteiligten erörtern und sie auch persönlich anhören.

Weitere Teilnehmer des Rollenspiels sind als Zeugen geladen. Zu einer abschließenden Entscheidung werde es am Donnerstag voraussichtlich noch nicht kommen, teilt das Landgericht mit.


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