Konzert im Blue Note Osnabrück Frederik Köster mit neuem Album „Tension/Release“


Osnabrück. Ein faszinierendes Erlebnis: Jazztrompeter Frederik Köster stellte mit seiner Band Die Verwandlung im Blue Note sein neues Album „Tension/Release“ vor.

Es gibt Musiker, die um jeden Preis versuchen, Klischees zu vermeiden. Frederik Köster braucht sich da nicht anzustrengen, denn er hat seinen ganz eigenen musikalischen Ansatz. Wenn seine Band mal in einen vertraut swingenden Jazzmodus verfällt, dann tatsächlich nur kurz, um im nächsten Moment in einen sperrigen, doch unglaublich packenden Groove überzuleiten, wie man ihn noch nicht gehört hat.

„Tension/Release“ heißt das neue Album, das Köster mit seiner Band Die Verwandlung im Blue Note vorstellt. „In der Musik ist es wie im wirklichen Leben, ein ständiger Wechsel zwischen Spannung und Entspannung“, sagt Köster zum Titel – und lässt das Publikum diese Dynamik hautnah spüren. Gerade noch wähnt man sich in elegischen Gefilden. Die Trompete erzeugt harmonischen Dreiklang, durch ein elektronisches Gerät vervielfacht. Doch das Gefühl von Melancholie und weiter Landschaft weicht schon bald einem urbanen Flirren. Dann schwillt Kösters linke Backe zum Blasebalg-Ei und seine Finger flitzen über die Ventile, derweil Schlagzeuger Jonas Burgwinkel seine Drums so ekstatisch bearbeitet, dass sich ein Becken beim Klimax eines Stücks vom Ständer löst und über die Bühne scheppert.

Köster, Burgwinkel, Bassist Joscha Oetz und Pianist Sebastian Sternal agieren auf einer Wellenlänge. Jeder für sich ein eigenständiger Experte im Dienste der gemeinsamen Sache. Da ist blindes Vertrauen angesagt, um sich gegenseitig von einem Höhepunkt zum nächsten zu treiben. Schließlich zeigt Köster, dass er auch eine tolle Singstimme hat. Großartig.


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