Friedhofsflächen sollen bebaut werden 120 neue Wohneinheiten in Osnabrück-Eversburg

Von Dietmar Kröger


Osnabrück. Noch vor einigen Jahrzehnten war die Stadt vorsichtig: Sie hielt rings um die Osnabrücker Friedhöfe Reserveflächen vor, um die Ruhestätten gegebenenfalls erweitern zu können. Demografischer Wandel und nicht zuletzt der Wandel in der Bestattungskultur machen ein Umdenken möglich und nötig. Aus nicht mehr benötigten Flächen soll nun in Eversburg Bauland werden.

Der Eversburger Friedhof liegt zwischen der Triftstraße im Norden und der Wersener Straße im Süden. Im Westen wird er von der Schwenkestraße und im Osten von der Kirchstraße begrenzt. Üppige Grünflächen, die bislang für eine Erweiterung des Friedhofs vorgesehen waren, trennen Grabanlagen und umliegende Bebauung vor allem im Süden und im Norden.

Es bedarf nicht des Blicks in die Glaskugel, um zu erkennen, dass diese Flächen in einem überschaubaren Zeitraum nicht benötigt werden. Immer weniger Menschen lassen sich nach ihrem Ableben in großen Familiengräbern bestatten. Der Trend geht zur Einäscherung und – was mit Blick auf den Platzbedarf besonders ins Gewicht fällt – zu anonymen oder Sammelgräbern mit nur geringem Flächenbedarf.

Städtische Flächen

Was also tun mit den Flächen, die – zumeist in städtischem Eigentum – für Gräber vorgesehen waren. Im Sinne der Lebenden scheint eine Umwandlung zu Wohngebieten eine sinnvolle Alternative, die die Stadt jetzt in Eversburg ergreifen will. An Triftstraße und Wersener Straße sollen, so die Planungen des Fachbereichs Städtebau, etwa 120 Wohneinheiten entstehen.

An der Triftstraße sind es überwiegend Reihen- und Doppelhäuser, während die Planer sich an der Wersener Straße mehrere Mehrfamilienhäuser in dreigeschossiger Bauweise mit einem Staffelgeschoss vorstellen. Die nördliche Fläche soll über die Triftstraße erschlossen werden, im Süden kann die Eversheide „ertüchtigt“ werden. So jedenfalls sehen es die ersten Überlegungen vor, die Fachbereichsleiter Franz Schürings und Stadtplaner Holger Clodius jetzt im Vorfeld der frühzeitigen Öffentlichkeitsbeteiligung vorstellten.

Jagdhabitat für Fledermäuse

Die vorhandenen Grünflächen westlich des Friedhofs bleiben unbebaut. „Hier findet sich ein Jagdhabitat für Fledermäuse“, benennt Schürings das Ausschlusskriterium für diesen Bereich. Und Clodius ergänzt, dass auch die Magerwiese aus Naturschutzgründen nicht bebaut werden dürfe.

Geht es nach den Vorstellungen der städtischen Planer, sollten vor allem im südlichen Wohnquartier gemeinschaftliche Wohnformen realisiert werden. Clodius spricht hier zum Beispiel von Mehrgenerationenhäusern. Dieser Anspruch soll sich wenn möglich im Vergabeverfahren für die Flächen niederschlagen.

Informationsveranstaltung

Auf einer Informationsversammlung am Mittwoch, 15. Dezember, um 19.30 Uhr in der Integrierten Gesamtschule, Grüner Weg 15, will die Stadt ihre Pläne der Öffentlichkeit vorstellen. Eingesehen werden können die Unterlagen aber auch in der Zeit vom 7. Dezember bis zum 15. Januar im Fachbereich Städtebau, Dominikanerkloster, Hasemauer 1, im ersten Obergeschoss. Die Öffnungszeiten sind montags bis donnerstags von 9 bis 17 Uhr, freitags von 9 bis 13 Uhr. Im Internet können die Planunterlagen ebenfalls zwischen dem 7. Dezember und dem 15. Januar unter der Adresse www.osnabrueck.de/buergerbeteiligung einzusehen.