Traditions-Chor mit Anspruch Bach-Chor probt für vorweihnachtliches Konzert

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Wer zum Bachchor gehören möchte, muss eine Aufnahmeprüfung bestehen. Foto: Elvira PartonWer zum Bachchor gehören möchte, muss eine Aufnahmeprüfung bestehen. Foto: Elvira Parton

Osnabrück. Ein Magnificat, eine Orchestersuite und zwei Kantanten stehen auf dem Programm des Bach-Chor Osnabrück am 6. Dezember. Begleitet wird der Chor unter der Leitung von Kreiskantor Arne Hatje von der Cappella Sophie von der Pfalz auf historischen Instrumenten.

„An dieser Stelle dürfen sie nicht zu dünn werden, denn wenn sie singen, dass der Herr Großes an uns getan hat, dann muss sich das auch groß anhören!“ Arne Hatje steht im Steinwerk St. Katharinen am Flügel, spielt Akkorde, gibt Anweisungen und Handzeichen. „Unser Mund sei voll des Lachens“ schallt es aus mehr als 40 Kehlen. Offenbar ist Hatje Perfektionist, denn immer wieder lässt er die Chorsänger Passagen wiederholen, auch mal die verschiedenen Stimmlagen einzeln, bis alles passt.

Ein ganzes Chorwochenende hatte der Kreiskantor Mitte November angesetzt, damit er die Sänger auf das große Konzert am 6. Dezember in St. Katharinen vorbereiten kann. Zum Probenwochenende mit Übernachtung war man bereits im September nach Lingen gereist. „Wir haben uns dort im Ludwig-Windhorst-Haus einquartiert. Solche Wochenenden organisieren wir einmal im Jahr. Sie machen Spaß und sind wichtig, weil man sich doch mal intensiver austauschen und die Mitglieder, die neu im Chor sind, besser kennen lernen kann“, erzählt Sängerin Dorothea Ludwig.

Weihnachtskonzert ist fester Termin

„Der Kirchendienst in St. Katharinen mit zwölf Gottesdiensten im Jahr und dem „Osnabrücker Abendlob“, das wir als „Evensong“ von der anglikanischen Kirche kennen, gehört zu unseren Aufgaben in der Gemeinde“, sagt Hatje, aber ein weiteres wichtiges Element der Choraktivitäten seien die Konzerte. Dazu gehört seit Bestehen des Bach-Chors das große Konzert vor Weihnachten. Natürlich habe man auch schon Klassiker wie „Ein deutsches Requiem“ von Johannes Brahms oder das Weihnachtsoratorium von Johann Sebastian Bach aufgeführt. Aber, so Hatje: „Ich bemühe mich, immer mal etwas zu präsentieren, was noch nicht so geläufig ist.“

Aufnahmeprüfung für Mitglieder

Seit dem 1. September 1997 leitet der Kreiskantor den Bach-Chor, der vor 54 Jahren gegründet wurde. 1973 wurde er offiziell als „Bach-Chor Osnabrück e.V.“ ins Vereinsregister eingetragen. Bis zu 70 Mitgliedern gibt er die Möglichkeit, sich aktiv mit geistlicher Chormusik zu beschäftigen. Wie viele andere Gesangsgruppen sind auch die Bachspezialisten auf der Suche nach neuen Mitgliedern, vor allem nach Tenören und Bässen. Aber die Ansprüche sind hoch: „Wer mitmachen will, muss eine Aufnahmeprüfung in Form eines Vorsingens absolvieren“, sagt Vereinsvorsitzender Bodo Spangenberg. Außerdem werde individuell geprüft, ob die Stimmen mit zunehmendem Alter noch genug Substanz haben. „Bei den Frauen leiden die Stimmen oft ab 60, bei den Männern ab 65 unter Alterserscheinungen“, betont Hatje. Wer den Bach-Chor live hört, der spürt, dass solche „Qualitätskontrolle“ durchaus Sinn macht.


Sonntag, 6. Dezember, 18 Uhr, St. Katharinen: Bach-Chor Osnabrück. Magnificat BWV 243, Orchestersuite D-Dur BWV 1068 sowie zwei Kantaten.

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