Osnabrück bekommt Warmnachtsbaum Ilka Krug behängt Baum in Haste mit warmer Kleidung

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Warme Kleidung hängt Ilka Krug an den Warmnachtsbaum auf dem Eberleplatz in Hase. Am Donnerstag wird er offiziell eröffnet. Dann kann noch gespendet werden. Foto: Michael GründelWarme Kleidung hängt Ilka Krug an den Warmnachtsbaum auf dem Eberleplatz in Hase. Am Donnerstag wird er offiziell eröffnet. Dann kann noch gespendet werden. Foto: Michael Gründel

Osnabrück. Zum ersten Mal wird in Osnabrück ein Warmnachtsbaum gepflanzt. An seinen Ästen wachsen warme Kleidung wie Schals, Mützen, Handschuhe oder Socken. Die können sich Menschen, die sie brauchen, abpflücken.

Die Idee für dieses ungewöhnliche Gewächs hatte Ilka Krug. Offiziell wird der Baum auf dem Eberleplatz in Haste am Donnerstag um 15 Uhr „bepflanzt“. Dann können Spender weitere warme Kleidung an den Kastanienbaum in der Mitte des Platzes hängen. Die Aktion ist in den „Lebendigen Adventskalender“ eingebettet.

Idee aus Freiburg übernommen

„Die Idee ist geklaut“, gibt Inka Krug unumwunden zu. Die 29-jährige Umwelt- und Erlebnispädagogin mit den bunten Haaren erzählt, dass sie von der Aktion bei Facebook von der Freiburger Gruppe „Be Japy“ erfahren hat. Deren Mitglieder haben wärmende Kleidung gestrickt und sie an einen Baum gehängt, wo sie von Obdachlosen „geerntet“ wurden.

Hochschulprojekt als Katalysator

Dass sie die geklaute Idee auch umgesetzt hat, habe sie dem Projekt „Urbane Intervention“ der Hochschule Haste zu verdanken, berichtet Ilka Krug. Da ging es darum, dass sich Bewohner in den Stadtteilen Haste, Dodesheide und Wüste aktiv dort engagieren, um sich attraktiver und lebenswerter zu gestalten. Bei der praktischen Arbeit vor Ort, an der Ilka Krug teilgenommen hat, sei ihr die Idee in Haste den Warmnachtsbaum zu pflanzen immer sympathischer geworden, sagt sie. „Da habe ich den Impuls bekommen, die Idee auch wirklich durchzuziehen.“

Die Hochschule hat Ilka Krug dabei unterstützt, Flyer und Plakate zu drucken und sie zu verteilen. Sie selbst ist in der Facebook-Gruppe „Eine Hand wäscht die andere“ aktiv geworden und hat dort ihre Idee gepostet. Die Resonanz sei überwältigend gewesen, berichtet sie. Mehr als 100 Pakete haben die Mitglieder der Gruppe gespendet. Neben den wärmenden Sachen haben sie zusätzlich kleine Botschaften in die Plastiktüten gesteckt, die die Kleidung vor der Nässe schützen soll. So ist auf einem rosa Baby-Mützchen zu lesen: „Schön, dass es dich gibt.“

Echte Fenster werden geöffnet

So wie bei „echten“ Adventskalendern werden auch hier Fenster geöffnet. Es handelt sich dabei aber um echte Fenster. Bis zum 23. Dezember wird vor Häusern in Haste, Dodesheide und Sonnenhügel gesungen und es werden Geschichten erzählt. Am Donnerstag, 3. Dezember, ist der Eberleplatz an der Reihe. Eine Liste aller Straßen gibt es im Internet auf der Seite www.christus-koenig-os.de .

Angst vor Diebstahl oder Vandalismus hat Ilka Krug übrigens nicht. Sie rechnet sogar damit. Angesichts der Hundertschaft an Paketen sagt sie aber selbstbewusst und kampfbereit: „Ich habe den längeren Atem.“ Sie wohne um die Ecke, erzählt sie. „Ich kann den Baum immer wieder neu bestücken.“ Wer möchte, kann warme Kleidung spenden und sie an der Nackten Mühle in Haste am Östringer Weg oder im Hotel Residenz am Rosenplatz abgeben.


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