„Theater am Güterbahnhof“ Neues Stück „Gut frisiert durch die Galaxis“

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Seltsam vertraute Zukunftswelt: Erstes unordentliches Zimmertheater spielt „Gut frisiert durch die Galaxis“. Foto: Elvira PartonSeltsam vertraute Zukunftswelt: Erstes unordentliches Zimmertheater spielt „Gut frisiert durch die Galaxis“. Foto: Elvira Parton

Osnabrück. Mit seinem neuen Stück „Gut frisiert durch die Galaxis“ wandelt das Ensemble vom „Theater am Güterbahnhof“ diesmal auf Science-Fiction-Pfaden.

Wenn Weltraum-Frisörin Sasa Seballica (Julia Henning) das Publikum zur „Intergalaktischen Hymne“ aufruft, klingt das wie die musikalische Vereinigung von DDR- und US-Hymne. Auch sonst scheint in dieser intergalaktischen Zukunftswelt manches seltsam vertraut. Da ist ein perfekt gestylter Präsikanzler (Gregor Hopfauf), der jedes Problem mit Grinsen und leeren Politfloskeln aus dem Weg räumt („Wir schaffen das!“). Und wenn ihn Frisörin Sasa in kritischen Momenten nicht ordentlich zurecht bürstet, muss eben Roboterdienerin Droidin (Petra Sasse) allen Dreck beseitigen. Dumm nur, dass das neu errichtete Flüchtlingsheim leer steht und ein fremder Planet die durchgestylte Seligkeit bedroht.

Auf Science-Fiction-Pfaden

Mit seinem neuen Stück „Gut frisiert durch die Galaxis“ wandelt das Ensemble vom „Theater am Güterbahnhof“ diesmal auf Science-Fiction-Pfaden. Mit Spaß am Spiel, quietschbunten Kostümen (Maske: Lars Barlag) und schrägem Humor verzauberte das siebenköpfige Ensemble um Regisseurin Olga Hopfauf und Dramaturg Stephan Baumgarten am Freitag das erste unordentliche Zimmertheater in eine herrlich durchgeknallte Raumstation.

Zu augenzwinkernden Seitenhieben auf Science-Fiction-Klassiker wie „Star Wars “ kamen Anspielungen aufs tagespolitische Geschehen.

Anspielungen auf Tagespolitik

So widmet sich der Präsikanzler der „Bankenrettung“, indem er einer verirrten Parkbank mit aufgespanntem „Rettungsschirm“ vom Baum hilft. Im Mittelpunkt aber stand Außenminister Hassel (Jan-Martin Wiedemann), der mit Hoff (David Muradian), dem „Sachverständigen für fremde Kulturen“, zum Planeten Xaritas düst. Das Aufeinandertreffen mit einem Alien-Paar (Johanna Risse und Tobias Hauk) geriet dabei zur Entlarvung europäischer Überheblichkeit gegenüber unbekannter Kulturen. Wobei sich beim gemeinsamen Mahl von Tentakeln, Flügelschnecken und Raketenbier die Xaritarianer ihrerseits über die unzivilisierten Manieren der Neulinge mokierten.

Verschiebbare Quader als Requisiten ermöglichten einen raschen Szenenwechsel und kamen als Raumschiff ebenso zum Einsatz wie als Alien-Ehebett. Originell auch die Idee, den Weg zwischen Erde, Xaritas und intergalaktischer Fastfood-Station durch fluoreszierend bemalte Papp-Planeten aufzuzeigen. Die intergalaktische Familienzusammenführung am Ende des 90-minütigen Weltraum-Vergnügens war wiederum als parodistischer Seitenhieb aufs Genre zu erkennen.


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