Mit großem Ehrgeiz plastiktütenfrei Schüler setzten sich für die Umwelt ein

Von Alexander Adams


Osnabrück. Überflüssig, umweltschädlich und ein zentrales Symptom unserer Wegwerfgesellschaft, so charakterisieren die Klimabotschafter der Ursulaschule das Problem Plastiktüte. Um diesem endlich Herr zu werden haben die Schüler in ihrer Projektgruppe den ehrgeizigen Plan entwickelt, die Osnabrücker davon zu überzeugen bis Ende 2017 gänzlich auf umweltfreundliche Alternativen umzusteigen.

Am Samstag verteilten sie hierzu am Nikolaiort nicht nur 10.000 speziell bedruckte Jutebeutel unter den Passanten, sondern führten diesen anhand eines Theaterstücks auch die drastischen Folgen der sprichwörtlichen Plastiktütenschwemme vor.

Oh du wunderschöne Weihnachtszeit, mit dem ersten Adventswochenende beginnt für Viele die heiße Phase des Weihnachtsshoppings. Treue Begleiter sind dabei zumeist zahlreiche Plastiktüten, die nach dem Besuch der unterschiedlichen Geschäfte angesammelt werden.

Die Folgen dieses Konsumverhaltens sind gravierend, können doch die Chemieerzeugnisse kaum recycelt werden und landen nach vielen Stationen oft im Meer und somit auch im menschlichen Nahrungskreislauf. „Sie könnten also im Restaurant anstatt vermeintlich gesunden Seefisch ebenso Plastiktüten serviert bekommen“, berichtete Florian Nils Hehmann von den Klimabotschaftern und verwies auf das von seinen Mitschülern aufgeführte Theaterstück in dem genau diese überspitzte Situation dargestellt wurde.

Auch Politikvertreter, die zur Präsentation des unter Schirmherrschaft von Oberbürgermeister Wolfgang Griesert stehenden Projektes gekommen waren, unterstützen die Umweltaktion.

Neben Bürgermeisterin Birgit Strangmann, Landtagsabgeordneten Volker Bajus und Bundestagsabgeordneten Mathias Middelberg war auch Europaabgeordneter Jens Gieseke vor Ort und lobte den Einsatz der Schüler. Da letztlich jeder einzelne Bürger durch sein Konsumverhalten über die Verbreitung der Plastiktüten mitbestimme ist ihre engagierte Aufklärungsarbeit von großer Bedeutung, bekannte der Parlamentarier. Mit dem ambitionierten Ziel in Osnabrück bereits Ende 2017 keine Plastiktüten mehr zu verwenden sei man zudem Vorreiter und Vorbild in einer EU, die erst 2025 einen im Vergleich zu heute 80-prozentigen Rückgang erwirkt haben will.

Die 10.000 mit einem sinnbildlichen Känguru samt Beutel bedruckten Jutebeutel fanden an diesem Samstag reißenden Absatz. Ein gutes Zeichen, dass im übernächsten Jahr zum ersten Advent bereits kaum noch Weihnachtsshopper auf Plastiktüten setzen. Finanzielle unterstützt wird die Aktion auch vom Bistum.