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26.11.2015, 20:00 Uhr KOMMENTAR

Obdachlose bleiben bei der Wohnungssuche auf der Strecke

Kommentar von Ulrike Schmidt


Osnabrück. Der katholische Verein für Soziale Dienste SKM in Osnabrück sucht Wohnraum für Wohnungslose, die von der Straße wollen. Die Situation auf dem Wohnungsmarkt ist extrem angespannt.

Solange Wohnungen wie Waschmaschinen und Würstchen als Waren be- und gehandelt werden, können Menschen ohne oder mit geringem Einkommen auf dem Markt nicht mithalten.“ Der Armutsforscher Christoph Butterwegge hat es auf den Punkt gebracht. Im Kampf um die wenigen preiswerten Wohnungen bleiben Menschen wie ehemals Obdachlose abgehängt. Sie trauen sich nicht mal mehr zu Wohnungsbesichtigungen, weil sie ahnen, dass sie keine Chance haben.

Seit Jahren steigt die Zahl Betroffener, und ebenso lange bittet der SKM Vermieter um Unterstützung. Der große Flüchtlingszuzug hat das Problem nicht verursacht, sondern verschärft es. Die Nachfrage regelt den Preis. Deshalb können Vermieter schlichter Wohnungen mehr einnehmen als früher. Das Grundgesetz schützt die Unverletzlichkeit der Wohnung, gewährt aber nicht das Recht auf eine Wohnung.


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