Winzige Bücher für den Schlüsselbund Osnabrücker Schülerin stellt Geschäftsidee in Budapest vor

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Osnabrück. Die Osnabrücker Domschülerin Meret Asara Paululat verkauft handgemachte Miniaturversionen bekannter Bücher als Schlüsselanhänger. Ihr Produkt nennt sie „Little Stories“. Einen Euro pro Büchlein spendet sie der Unicef-Kampagne „Schools for Africa“. Mit dieser Geschäftsidee belegte die Osnabrückerin jetzt beim Wettbewerb des „Network For Teaching Entrepreneurship“ (NFTE) im Europaentscheid in Budapest den zweiten Platz. Ihre Lehrerin Bernhild Lütke Glanemann wurde dort zur NFTE-Lehrerin des Jahres gekürt.

Die rein pragmatische Aufforderung ihrer Eltern, sich doch bitte einen Schlüsselanhänger zuzulegen, damit der Schlüsselbund nicht eines Tages verloren geht, brachte Meret Asara Paululat auf ihre nun international anerkannte Geschäftsidee. „Ich bin großer Harry-Potter-Fan, und so wurden eben aus diesen großen Geschichten meiner Kindheit die ‚Little Stories‘“, schildert die Schülerin. Mit einer speziellen Knetmasse formt sie ihre kleinen Bücher, der Buchumschlag wird mit Kleber befestigt und mit einer durchsichtigen Schutzschicht überzogen. Fertig sind die „kleinen Geschichten“, wie der englische Produktname übersetzt heißt.

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Was als Hobby und Geschenkidee für Freunde begann, erfreut sich mittlerweile bundesweiter Anfragen. Eine Buchhändlerin etwa suchte nach individuellen Geschenken für ihre 25 Mitarbeiter. Dieses Großprojekt will die Schülerin jetzt angehen. Aber auch Absagen muss die junge Unternehmerin hin und wieder verteilen. Eine Frau aus Berlin etwa wollte Werbegeschenke für die regelmäßige Ausgabe an Kunden. Dieser Aufwand sei für sie (noch) nicht machbar, bedauert die Schülerin. Steht aber schon bald eine Massenproduktion bevor? „Wenn ich die Möglichkeiten hätte, würde ich das richtig gerne machen“, sagt die Domschülerin.

Und das Urheberrecht an den Buchtiteln? Damit gibt es keine Probleme, wenn man die Verlage vorher ganz lieb um Erlaubnis fragt. Wenn es dann auch noch für einen guten Zweck ist, drücken die Verantwortlichen gerne mal ein Auge zu, verrät die Jungunternehmerin.

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In Konkurrenz zu sechs weiteren Geschäftsideen beim Wettbewerb des „Network For Teaching Entrepreneurship“ (Netzwerk für die Vermittlung von Unternehmertum) erreichten Meret Asara Paululats „Little Stories“ beim Bundesentscheid in Berlin und schließlich beim Europaentscheid in Budapest den zweiten Platz. Eine tolle Erfahrung für die Schülerin: „Das war richtig klasse, vor allem weil man von allen ernst genommen wurde“. Und zwar so ernst, dass eines der Jury-Mitglieder in Budapest ein Investment in Paululats kleine Firma anbot. Neben der Geschäftsidee und der Präsentation ist der soziale Gedanke feste Voraussetzung des NFTE-Wettbewerbs. Was hätte näher liegen können, als mit dem Erlös aus den winzigen „Büchern“ Kindern in Afrika das Lesen zu ermöglichen?

NFTE-Lehrerin des Jahres

Mutter des Erfolges ist die Lehrerin Bernhild Lütke Glanemann, die an der Domschule einen Wahlpflichtkurs führt, in dem Schüler Geschäftsideen entwickeln – mit der Option, am NFTE-Wettbewerb teilzunehmen.

Für ihre Betreuung und das Coaching der Schüler vor dem NFTE-Gedanken wurde Glanemann zur NFTE-Lehrerin des Jahres gewählt. „Das ist eine besondere Ehre, mit der ich nicht gerechnet habe“, sagt sie. Von Anfang an sei sie von NFTE infiziert gewesen und schätze die „Pädagogik der Ermutigung“, die darin verwurzelt sei.


NFTE Deutschland wurde 2004 mit dem Ziel gegründet, Selbstvertrauen, Eigeninitiative, und unternehmerisches Denken und Handeln bei Jugendlichen zwischen 13 und 20 Jahren zu fördern. Schwerpunkt der Arbeit des gemeinnützigen Vereins ist die Fortbildung von Lehrern zu zertifizierten NFTE-Lehrern und die Unterstützung ihrer Arbeit an den Schulen.

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