Dschungellandschaft Osnabrücker Schimpansen erkunden ihr Winterquartier

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Osnabrück Die Temperaturen werden winterlich, es ist Zeit für einen Umzug: Verbringen die Schimpansen im Osnabrücker Zoo Frühjahr, Sommer und Herbst auf der Außenanlage, fühlen sie sich im Winter in der Schimpansenhalle wohl. Dabei tauchte die neunköpfige Schimpansenfamilie jetzt in einen wahren Dschungel ein: Die Innenanlage ist in der Zeit ihrer Abwesenheit zu einem „Affen-Abenteuerspielplatz“ zugewachsen, den es nun zu erkunden gilt.

„Schiebetür auf“, gibt Wolfgang Festl, Tierpfleger und Revierleiter des Takamanda-Zoo-Areals, das Zeichen. Gespannt stehen seine Kollegen vor den großen Glasscheiben im Schimpansenhaus. Und zack, da springen die Affen auch schon herein. Allen voran Lila (6) und Panja (7). „Die beiden halbwüchsigen Weibchen sind zu jedem Schabernack bereit und neugierig bis zum umfallen“, freut sich Wolfgang Festl. Für ihn und viele andere Zoomitarbeiter ist es immer ein spannender Moment, wenn die Schimpansen ihr Winterquartier neu entdecken.

Seit der Eröffnung des Schimpansenhauses 2010 wird die 500 Quadratmeter große Halle mit Glasdach, in der die Temperatur konstant 18 bis 20 Grad beträgt, ausschließlich im Winter von den Primaten bewohnt. Während die Tiere die meiste Zeit des Jahres auf der 2400 Quadratmeter großen Außenanlage verbringen, können in der Halle Pflanzen ungestört wachsen. Nur einige Vögel wie die Hammerköpfe, der Königsglanzstar und der Starweber sind dort Dauerbewohner. Eine Sprinkleranlage die alle acht Stunden für zehn Minuten einsetzt, sorgt dafür, dass das Grün schnell sprießt.

Bananenstauden, Palmen, wilder Wein

Und in diesem Jahr sind die Bananenstauden, Palmen, der wilde Wein, Weiden und Pappeln in der Halle gewachsen wie lange nicht. Sie stellen eine willkommene Abwechslung für die Schimpansen dar, die sie zum Klettern aber auch zum Fressen gern haben. Als die Affen jetzt ihr Winterquartier nach einem halben Jahr das erste Mal wieder betraten, steuerten sie zunächst auf die Hängebrücke zu. „Die ist ihnen vertraut und von dort oben können sie sich einen Überblick verschaffen bevor sie den Dschungel erkunden“, erklärte Wolfgang Festl.

Nachts ziehen sich die Menschenaffen sowohl im Sommer als auch im Winter in einen separaten Schlafbereich im Schimpansenhaus zurück. Dort ist es mit 24 Grad noch „kuscheliger“ als in der Winter-Halle. An schönen Wintertagen kommen die Schimpansen zwischendurch auch mal wieder nach draußen, zunächst ist aber der „Dschungel“ spannender. Deswegen sollten Zoobesucher in diesen Tagen einen Abstecher in das Schimpansenhaus nicht versäumen. Lange wird das dichte Grün der Kletter- und Nasch-Lust der Primaten wohl nicht stand halten.

Glasscheiben schützen vor kranken Menschen

Übrigens können sich Schimpansen genau wie wir Menschen bei dem nass-kalten Wetter draußen erkälten. Viel gefährlicher für sie seien laut Tierpfleger aber Kinderkrankheiten wie Masern, Mumps und Röteln. Damit Besucher die Tiere nicht angestecken, gibt es im Schaubereich des Schimpansenhauses, wo Besucher den Menschenaffen ganz nah sind, Glasscheiben.


Schimpansen werden in vier Unterarten unterschieden: Der Westafrikanische Schimpanse, der Nigerianisch-Kamerunsche Schimpanse, der Zentralafrikanische Schimpanse und der Ostafrikanische Schimpanse, auch Langhaarschimpanse genannt. Die Schimpansenfamilie im Zoo Osnabrück gehört zu den Westafrikanischen Schimpansen. In freier Wildbahn, in den Berg- und Trockenwäldern, sowie der Savanne Afrikas sind die Schimpansen durch Jagd und Wilderei, sowie Regenwaldzerstörung und landwirtschaftlicher Entwicklung vom Aussterben bedroht. Von den Westafrikanischen Schimpansen gibt es noch 15.000 bis 20.000 Tiere in freier Natur.

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