Beleuchtete Theaterfassade Osnabrück beteiligt sich am Aktionstag gegen die Todesstrafe

Im vergangenen Jahr wurde beim Aktionstag der Bucksturm in Osnabrück beleuchtet. Archivfoto: Thomas OsterfeldIm vergangenen Jahr wurde beim Aktionstag der Bucksturm in Osnabrück beleuchtet. Archivfoto: Thomas Osterfeld

Osnabrück. Die Friedensstadt Osnabrück wird sich am 30. November wieder am internationalen Aktionstag „Städte für das Leben – Städte gegen die Todesstrafe“ beteiligen. Auffällig beleuchtet wird diesmal die Fassade des Osnabrücker Theaters.

Die Gebäudewahl passt zum inhaltlichen Profil des Hauses, heißt es in einer Mitteilung des Presseamtes. Denn das Ensemble der Städtischen Bühnen engagiere sich bereits seit vielen Jahren in besonderer Weise für humanitäre und friedenspolitische Ziele.

Auch das Umfeld des Theaters eigne sich für die Aktion, zumal sich in unmittelbarer Nähe ein markanter Ort befindet: Unter dem „Löwen“, den meisten Osnabrücker als „Löwenpudel“ bekannt, nahmen seinerzeit ungezählte Beschuldigte ihr Urteil in Empfang. Zu jenen Schuldsprüchen gehörte über Jahrhunderte hinweg auch die Todesstrafe.

160 Städte beteiligt

Zusätzlich zur städtisch veranlassten Beleuchtung der Theaterfassade planen Mitglieder von Amnesty International, in räumlicher Nähe des Theaters für die weltweite Ächtung der Todesstrafe Unterschriften zu sammeln.

Der jährliche Aktionstag findet auf Initiative der Gemeinschaft Sant’Egidio in zahlreichen Städten der Welt statt. In Deutschland unterstützen 160 Städte die Kampagne und organisieren unterschiedliche Events. Die Gemeinschaft Sant’Egidio ist eine christliche Laienbewegung mit über 60000 Mitgliedern in 74 Ländern der Welt, die sich für Frieden und Gerechtigkeit einsetzt.

Mobilisierung der Bürger

In Gestalt einer besonderen Beleuchtung bekannter Gebäude soll die weltweite Bürgermobilisierung gegen die Todesstrafe zum Ausdruck gebracht werden. Seit Beginn der Kampagne wurden in den vergangenen 14 Jahren in mehr als 100 Ländern mehrere Tausend Aktionen durchgeführt. Im Vorjahr waren es rund 2000, bei denen der Einsatz für eine Welt ohne Todesstrafe im Mittelpunkt steht.

Auch Osnabrück möchte dabei ein Zeichen setzen und dazu aufrufen, dass die Rechtssysteme weltweit das menschliche Leben in allen Phasen und unter allen Umständen achten. Der internationale Tag „Cities for Life“ verfolgt das Ziel einer kulturellen Mobilisierung der Bürger für mehr Menschlichkeit.

Beleuchteter Bucksturm

Mittlerweile 140 Staaten der Erde haben inzwischen die Todesstrafe ganz abgeschafft oder wenden sie in der Praxis nicht mehr an. Aktuelle Ereignisse um den sogenannten „Islamischen Staat“ (IS) verdeutlichen jedoch, dass brutale Morde und Todesstrafen beinahe zum Alltag gehören.

In den vergangenen Jahren wurde in Osnabrück der Bucksturm für die Beleuchtungsaktion ausgewählt. Dies lag darin begründet, dass dort über Jahrhunderte hindurch Todesurteile eingeleitet und Folterungen durchgeführt wurden.

Weitere Informationen sind im Internet unter www.santegidio.de bzw. http://nodeathpenalty.santegidio.org/en.aspx zu finden.


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