Polizei rüstet digital auf Pilotprojekt in Osnabrück mit Tablet-Computern im Einsatz

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Osnabrück. Das gute alte Notizbüchlein, in das der Polizeibeamte im Streifendienst alles Wichtige notiert, dürfte bald der Vergangenheit angehören. Die Polizeiinspektion Osnabrück gehört zu den drei auserwählten in Niedersachsen, in denen digitale mobile Endgeräte erprobt werden. „Wir versprechen uns davon eine Arbeitserleichterung und eine Steigerung der Effizienz“, sagte Polizeipräsident Bernhard Witthaut bei der Vorstellung der Geräte.

Ob es eine Aufrüstung oder eher eine Nachrüstung, also lediglich ein Nachholen von anderswo längst eingeführten Standards ist, sei einmal dahingestellt. Auf jeden Fall bedeuten die Tablets für die Streifen in Osnabrück und Georgsmarienhütte, die seit Anfang Oktober 18 Stück davon täglich nutzen, einen wesentlichen Fortschritt, wie Polizeiinspektions-Chef Michael Maßmann erläuterte: „Der Streifenwagen wird autarker.

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Die Kollegen können direkt vor Ort in die Vorgangsbearbeitung einsteigen, alle Daten ins System eingeben und der Wache online zur Verfügung stellen.“ Eine Doppelt- oder gar Dreifacherfassung mit der Möglichkeit von Übertragungsfehlern entfällt. Anstatt langstielige Hausarbeiten auf der Wache zu erledigen, haben die Beamten mehr Zeit für ihre eigentlichen Aufgaben im Außeneinsatz.

Videos ins Protokoll einbinden

Beispiel Halterabfrage: Die Beamten können direkt online auf die Datensätze des Kraftfahrt-Bundesamtes zugreifen, ohne die Kollegen auf Wache als Zwischenstation einschalten zu müssen. Beispiel Unfallaufnahme: Die Beamten generieren sofort eine Tagebuchnummer, die Unfallbeteiligten müssen nicht umständlich am Folgetag im Polizeirevier anrufen und die Nummer erfragen. Beispiel Gewässerverschmutzung: Die Beamten können mit dem Tablet Fotos oder Videos machen und in ihr Protokoll einbinden. Die Wache ist dann sofort in der Lage, zu entscheiden, welche weiteren Maßnahmen zu treffen, welche weiteren Stellen einzuschalten sind. Bislang hat man sich oftmals damit beholfen, mit dem privaten Smartphone Fotos anzufertigen und über das öffentliche Mobilfunknetz zu versenden, was aber datenschutzmäßig bedenklich ist.

Polizeiinterne Weiterentwicklung

Die Hardware der verwendeten Geräte entspricht marktgängigen Serienprodukten. Die Software ist jedoch eine polizeiinterne Weiterentwicklung mit einem „gehärteten“ Betriebssystem und speziellen Verschlüsselungen. Sie stellte gerade wegen der hohen datenschutzrechtlichen Anforderungen die entscheidende Hürde für die Einführung der mobilen Endgeräte dar. „Nach knapp zwei Monaten Erprobung sind die Erfahrungen durchweg positiv“, sagte Maßmann, „wir kriegen laufend Anfragen von Kollegen aus anderen Bundesländern, die das auch haben wollen.“

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