Elektroakustischer Bruch mit Bildern Uwe Moellhusen im Kunstquartier

Noch sind die Werke von Uwe Moellhusen verpackt und niemand weiß, was sich darunter verbirgt. Foto: Gert WestdörpNoch sind die Werke von Uwe Moellhusen verpackt und niemand weiß, was sich darunter verbirgt. Foto: Gert Westdörp

Osnabrück. Mit einem vierteiligen Performanceprogramm verbunden ist die Ausstellung „Broken Performance“ von Uwe Moellhusen im bbk-Kunstquartier. Die erste Performance findet zur Eröffnung am Sonntag, 22. November, um 19 Uhr statt.

Noch sind sie verpackt, die Bilder, die Uwe Moellhusen aus Berlin nach Osnabrück transportiert hat. Noch sehen sie aus, als habe Christo der Hasestadt einen Besuch abgestattet. Noch weiß niemand (außer dem Künstler und seinem Helfer), was sich unter den vielen Bahnen von Einpackpapier verbirgt. Doch eins dürfte schon jetzt klar sein: Wenn Uwe Moellhusen ausstellt oder performt, sollte man traditionelle Erwartungshaltungen an Kunst vergessen. Die Prozesskunst des Berliners, der lange Zeit in Osnabrück lebte, hat etwas Zerstörerisches. Sie ist eine Auseinandersetzung mit der Vergangenheit. Da er mit dem Kapitel seines Lebens, in dem er richtig Bilder malte, abgeschlossen hat, kann es also durchaus sein, dass er während der ersten Performance am Sonntag, sollten sich alte Bilder von ihm in den Verpackungen befinden, ebendiesen zu Liebe rückt, sie schreddert, vernichtet oder in einen modifizierten Aggregatzustand versetzt.

Also doch kein „Neo-Christo“, der hier an der Wand hängt, sondern die Vorbereitung für perfomative Kunst, die bei Moellhusen immer auch mit Klängen zu tun hat. Dabei legt er Wert darauf, dass sich die einzelnen Teile seines Projekts gegenseitig bedingen: Die Performances sind Teil seiner Ausstellung, die Ausstellung Teil der Perfonmances. Für die erste Interaktion „Broken Performance I“ hat er seine langjährigen Düsseldorfer Klangkünstler-Kollegen Anja Lautermann und Peter Issig eingeladen, die ihm bei seinem „elektroakustischen Bruch mit Bildern“ zur Seite stehen.

Bei der Performance „Living Sound Sculptures“ am Samstag, den 28. November, bei der es um „Fragen an die Zukunft und Antworten aus der Vergangenheit“ geht, hat er Stephen Oldfield, einen Klangskulpteur aus London, zu Gast. Damit diese einmaligen Konstellationen nicht zu schnell in Vergessenheit geraten, wird Moellhusen Kameraleute engagieren, die das Geschehen dokumentieren. Aus dem Material will der Wahlberliner Ausschnitte in das Schaufenster des Kunstquartiers projizieren.


BBK Kunst-Quartier (Bierstraße 33): „Broken Performance“. Von und mit Uwe Moellhusen. Bis 30. Dezember. Di. - Fr. 14-18 Uhr, Sa. 11-16 Uhr. Performances jeweils um 19 Uhr am So. 22. und Sa. 28. November sowie Sa. 12. und 19. Dezember.

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